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01.10.2014 - Neuerscheinung - Felix Mendelssohn Bartholdys ELIAS op.70

Nach dem von der Kritik hoch geschätzten Live-Mitschnitt des Requiems von Frank Martin und der Kantate La Danse des morts von Arthur Honegger (TRO-CD 01441) freut sich Troubadisc, nun eine weitere vorzügliche Aufführung der Kantorei St. Nikolai Hamburg unter Leitung ihres langjährigen Kantors Matthias Hoffmann-Borggrefe vorlegen zu können.

Mendelssohns Elias zählt aus verschiedenen Gründen zu den Höhepunkten der romantischen Oratorien-Literatur des 19. Jahrhunderts: Formal verbindet es Elemente des geistlichen Oratoriums mit dramatischen Elementen der klassischen und romantischen Oper, anknüpfend insbesondere an Mozart und Carl Maria von Weber, aber auch zurückgreifend auf Bach, Händel und Haydn. Die Tonsprache ist hoch romantisch; die Behandlung von Vokalstimmen und Orchester zeigt Mendelssohn auf der Höhe seines Schaffens. Seit seiner ersten Aufführung unter Leitung des Komponisten selbst auf dem Musikfest in Birmingham am 16. August 1846 erfreut es sich höchster Beliebtheit sowohl bei Chören wie auch beim Publikum.

Das Libretto stellt unbequeme Fragen. Der Gott des Propheten Elias ist der eifernde Gott des Alten Testaments, der jeden Ungläubigen vernichtet: »Gott ist ein rechter Richter, und ein Gott der täglich droht; will man sich nicht bekehren, so hat er sein Schwert gewetzt.« (Arie Nr. 17) Ähnliches hören wir noch heute. Auch ist der gesamte Text praktisch eine Diskussion des Theodizee-Problems: Wie kann ein Gott, wenn er denn gütig wäre, zulassen, das auch so viel Schreckliches geschieht? Der Elias ist andererseits aber auch ein Glaubensbekenntnis: In einigen zentralen Sätzen finden sich alle fünf Teile der sonntäglichen Messe widergespiegelt (Nr. 2, 9, 16, 35, 41b), und das eigentliche Ziel des Werkes ist die Ankunft Christi. (»Aber einer erwacht von Mitternacht, und er kommt im Aufgang der Sonne«).

Matthias Hoffmann-Borggrefe hat sich sehr gründlich mit dem Stück auseinandergesetzt. In seinem bedenkenswerten Essay im Booklet stellt er insbesondere die Frage, inwieweit es sich beim Elias auch um ein biographisches Schlüsselwerk handeln könnte. Seiner Meinung nach »wollte Mendelssohn mit seinem Elias auch ein Plädoyer halten für mehr Toleranz unter den Religionen, insbesondere für eine vollständige Emanzipation seiner jüdischen Mitbürgerinnen und -bürger in einer freien, liberalen und aufgeklärten Gesellschaft. Die Wirklichkeit sah anders aus – das musste er am eigenen Leibe erfahren.« Unter diesem Aspekt mutet es wie tragische Ironie an, dass das als Anschluß gedachte Christus-Oratorium Fragment blieb.

Hoffmann-Borggrefe legt hier eine sehr bedachte Interpretation vor, die musikalischen Details intensiv gestaltet, ohne die Stringenz des großen Ganzen aus dem Auge zu verlieren. Ihm zur Seite stehen als vorzügliche Solisten Katherina Müller, Yvi Jänicke, Michael Connaire sowie ein wahrlich stimmgewaltiger Elias in Gestalt des Bass-Baritons Yorck Felix Speer. Die Kantorei St. Nicolai wird sorgsam und inspiriert begleitet von der Hamburger Camerata. Die Multikanal-Aufnahme fängt die besondere Atmosphäre dieses Konzert-Ereignisses vom November 2013 auf einmalige Weise ein.


Felix Mendelssohn Bartholdy (1809–1847) - ELIAS
Oratorium nach Worten des Alten Testaments op. 70 (1846 / revidierte Fassung von 1847)
für Soli, Chor, Orchester und Orgel

Yorck Felix Speer, Bass
Katherina Müller, Sopran
Yvi Jänicke, Alt
Michael Connaire, Tenor

Kantorei St. Nikolai Hamburg
Hamburger Camerata
Leitung: Matthias Hoffmann-Borggrefe

Konzert, Live-multi-channel Recording, 15./16. November 2013 in der
Hauptkirche St. Nikolai am Klosterstern Hamburg

TRO-CD 01445





 
letzte Änderung
Friedemann Kupsa
(05.10.2014 - 21:37 Uhr)

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Matthias Hoffmann-Borggrefe dirigiert Mendelssohns Oratorium ELIAS

Matthias Hoffmann-Borggrefe - Leitung
York Felix Speer - Bass
Kantorei St. Nikolai Hamburg - Hamburger Camerata