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TRO-CD 01437 - PIANO CONCERTOS Vol.1

Felix Mendelssohn Bartholdy
Capriccio brillant für Klavier und Orchester op.22
Radio-Sinfonieorchester Stuttgart, Dirigent Ernest Bour

Béla Bartók
Rhapsodie für Klavier und Orchester op.1
Radio-Sinfonieorchester Stuttgart, Dirigent Jiri Starek

Max Reger
Konzert für Klavier und Orchester op.114
Sinfonieorchester St. Gallen, Dirigent Reinhard Petersen

Wolfram Lorenzen, Klavier

TRO-CD 01437

Große unbekannte Konzertwerke für Klavier und Orchester

Wolfram Lorenzen, bekannt als ein Pianist, der für die deutsche Tradition nach Wilhelm Kempff steht und von der Kritik immer wieder insbesondere für seine hochkarätigen Einspielungen von Werken Robert Schumanns und Max Regers gepriesen wurde, präsentiert uns hier eine wahre Fundgrube unterschätzten, vernachlässigten Repertoires für Klavier und Orchester von drei Komponisten, die zu den ganz Großen ihrer jeweiligen Epoche zählen.

Hauptstück ist das monumentale Klavierkonzert op. 114 von Max Reger, komponiert 1910. Es ist ein kolossales Werk, von Zeitgenossen teils als wildes Ungetüm empfunden, ebenso emphatisch begrüßt wie heftig abgelehnt. Die einen sahen in Reger den Fortführer der deutschen klassischen Linie von Bach über Beethoven und Brahms ins Unbekannte, die anderen bekämpften ihn als „delirierenden“ Chromatiker. An der Umstrittenheit, an Regers polarisierender Kraft hat sich bis heute nichts geändert. Bei den Pianisten ist das Konzert zu Recht gefürchtet, nur echte Könner haben sich darin bewährt. Lorenzen ist zu hören in einem fulminanten Live-Mitschnitt von 1997 aus St. Gallen.

Der Kopfsatz ist in dem immensen harmonischen Reichtum auf engstem Raum, in der unerschöpflichen Verwandlungskunst der thematischen Gebilde, den auch in den Tempokontrasten sich niederschlagenden gewaltigen Gegensätzen und der weit ausgreifenden Form ein Musterbeispiel von Regers symphonischem Schaffen. Der Klavierpart ist eng mit den Orchesterstimmen verwoben und zugleich solistisch sehr dankbar. Das Largo con gran espressione als Herzstück des Konzerts bestrickt mit mysteriösem Zauber, feinsten Übergängen und sanglich entrückter Religioso-Atmosphäre. Für viele überraschend dürfte der zart verhaltene Grundcharakter des Allegro con spirito-Finales sein, der im Gestus, nicht aber im Stil an den Schlusssatz von Brahms’ Zweitem Klavierkonzert erinnert. Regers Klavierkonzert ist eines der herausragenden Solokonzerte der Umbruchzeit von der Nachromantik zur klassischen Moderne.

Die Rhapsodie op. 1 von Béla Bartòk ist das früheste Werk, das Ungarns bedeutendster Komponist auch in späteren Jahren noch schätzte. Zugleich ist es ein Bindeglied zwischen der Liszt’schen rhapsodischen Traditionslinie und Bartòks überragendem Status als großer Erneuerer in der Musik seiner Zeit. Hier gibt es tatsächlich noch den unbekannten Bartòk zu entdecken, der auf der Suche nach seiner ureigenen Sprache die improvisationsartigen Strukturen der Volksmusik entdeckt und in eine konzertante Form bringt.

Felix Mendelssohns Capriccio brillant op. 22, entstanden als Elaborat seines populären Rondo capriccioso für Klavier solo, war lange Zeit sehr beliebt. Doch heute werden einsätzige Konzertstücke nur noch selten im Konzertsaal dargeboten. Diese Stuttgarter Rundfunkproduktion mit Ernest Bour ist eine schöne Gelegenheit zur Wiederentdeckung eines inspirierten Kleinods aus Mendelssohns Meisterjahren, durchweht von der frischen Jugendlichkeit und zeitlosen, verfeinerten Eleganz, die für ihn so bezeichnend sind.


Klassik-heute, 28.04.2010

Ich muss gestehen, dass der aus Freiburg stammende, u.a. von Ludwig Hoffmann und Paul Badura-Skoda ausgebildete Pianist Wolfram Lorenzen sich in früheren Jahren nicht in der engeren Umlaufbahn meiner musikalischen Vorzugsplaneten bewegte. Das hat sich in den letzten Jahren geändert, der einen oder anderen Troubadisc-Einspielung sei Dank! Großen Respekt, gepaart mit Begeisterung jedoch muss ich dem Preisträger vor allem italienischer Wettbewerbe (Monza, Vercelli, Senegallia) zollen in Anbetracht der hier vorliegenden Zusammenstellung, deren Episoden aus den Jahren 1974 und 1976 bereits in der Sparte „Historische Aufnahmen“ einzuordnen sind. In erster Linie verneige ich mich vor Lorenzens gescheiter, kraftvoller, aber auch im rechten Moment umsichtig-maßvoller Virtuosität, wenn es sich um Max Regers nicht allzu oft gewagtes f-Moll-Klavierkonzert handelt. Der Mitschnitt aus St. Gallen (AD: 1997) mit dem in diesem Fall mehr als tüchtigen, offenbar von Reinhard Petersen ein- und umsichtig vorbereiteten Orchester zählt meiner Ansicht nach zum Überzeugendsten auf diesem heiklen Monsterkonzert-Terrain. Lorenzen bewältigt nicht nur den Kräfte raubenden Solopart, er lüftet, er entfettet die dichtesten, vor Noten geradezu berstenden Passagen. Und es gelingt ihm im ersten Satz das Explosive mit dem Nachdenklichen, das sozusagen musikantisch Aufgeblähte mit dem sporadisch Verschlafenen zu versöhnen!

Mit dem zweiten Satz (Largo con gran espressione) haben die Interpreten von Douglas bis Webersinke (siehe Vergleichseinspielungen!) nur selten Schwierigkeiten. Regers schwerblütige, gleichsam oberpfälzisch-tropische Verfügungen sind einem vernünftig brütenden Gesamtensemble nicht nur ins kollektive Stammbuch, sondern unter günstigen Umständen auf den Leib geschrieben. Problematisch bleibt der (allzu) kurze, abrupt endende Finalsatz mit seinem etwas verkrampft-tänzerischen Humor-Programm (in Verehrung womöglich mancher „rheinischer“ Passagen bei Schumann!). Lorenzen und dem St. Galler Orchester gelingt es hier immerhin das Disparate, das Gewollte dieses Satzes halbwegs zu binden, so dass ich insgesamt von einer der gelungensten Deutungen dieses schwierigen Reger-Werkes zu sprechen, ja zu schwärmen wage.

Auch die beiden anderen Werke ereignen sich auf hohem Niveau, was die pianistische Ausarbeitung anbelangt. Mendelssohn Bartholdys flinkes, umtriebiges Capriccio brillant erhält unter den Händen Lorenzens die nötige Geschmeidigkeit der Passagenmobilität. Auch Bartóks frühe, unzweifelhaft noch der Lisztschen Ungarn-Ästhetik verbündete Rhapsodie lässt erkennen, dass Lorenzen sich in den verschiedensten musikalischen Landschaften zu Hause, zumindest den entsprechenden Regionen verbunden fühlt. Géza Andas Einspielung bleibt freilich die führende Leistung auf diesem Sektor, weil die alte DG-Einspielung unter der Leitung von Ferenc Fricsay im Bereich des Orchesters ausgefeilter, insgesamt wirkungsvoller ist. Interessant – und empfehlenswert – für Liebhaber allen rhapsodischen Wesens ist in diesem Zusammenhang die Solo-Version dieser farbenreichen, mosaikartig gefertigten Rhapsodie, die Andreas Bach eingespielt hat.

Peter Cossé


Muzyka21, Polen, No.4 2010

Felix Mendelssohn-Bartholdy - Capriccio brillant op. 22 • Béla Bartók - Rapsodia na fortepian i orkiestre op. 1 • Max Reger - Koncert fortepianowy f-moll op. 114
Wolfram Lorenzen, fortepian • Radio-Sinfonieorchester Stuttgart des SWR; Sinfonieorchester St. Gallen • Ernest Bour, Jiri Starek, Reinhard Petersen, dyrygenci Troubadisc TRO-CD 01437 • w. 2010, n. 1976/1974/1997 • ADD/DDD. 69'44"

 Wolfram Lorenzen, uczen m.in. Paula Badury-Skody, jest doswiadczonym pianista, od lat zajmujacym sie mniej znanym repertuarem. Dokumentuje to niniejsza plyta zawierajaca trzy niemalze zapomnlane utwory na fortepian i orkiestrç.
Pierwszy z nich to Capriccio brillant Mendelssohna - utwór powstal w 1832 r. i mial swoja. premierę w Londynle 25 maja 1832 r. Ta efektowna, znakomicie napisana kompozycja nieczçsto gosci w dzisiejszych czasach na salach koncertowych, a szkoda. Jej lekkosc, urok, prostota musza, zachwycic kazdego melomana.
 Kolejny utwór, to powstala 70 lat pózniej mlodziencza Rapsodia Bartóka. Choc kompozytor w tym utworze nie porzucil jeszcze styli-styki póznoromantycznej, tak jak i we wczesniejszym poemacie symfonicznym Kossuth, to niesmiale zapowiedzi jego pózniejszych dokonan daja. sie juz zauwazyc. Poczatkowo byl to utwór na fortepian solo, pózniej powstala jego wersja z orkiestra. W utworze tym kompozytor posluzyl sie ulubionymi motywami wegierskich tanców ludowych.
 Ostatnim utworem na ptycie jest Koncert fortepianowy Maxa Regera. Do niedawna calkowicie zapomniany, ostatnio pojawilo sie kilka jego nagran, m.in. w CPO, Orfeo I Bisie. Jest to drugi i ostatni koncert Regera (pierwszym jest Koncert skrzypcowy A-dur op. 101). Niestety, dzielo nie zostalo przyjete zbyt entuzjastycznie. Jak to czesto bywa, tradycjonalisci zarzucali mu zbytnia. chaotycznosc I nowatorstwo, a modernisci wtórnosc I akademickosc. Po kilku wykonaniach dzieto zniknelo z repertuaru. Obecnie, gdy coraz wiecej wagi przywiazuje sie do zapomianego repertuaru, Koncert Regera powoli powraca do lask.
Prezentowany album stanowi bardzo ciekawa i wartosciowa pozycje na rynku fonograficznym. Wolfram Lorenzen zaprezentowal bogactwo prezentowanych utwo-rôw, ich znakomita konstrukcje, odkrywczosc. Choc nagrania dokonane zostaly na przestrzeni 23 lat, artysta w kazdym gra znakomicie, z wielkim zaangazowaniem, prezentuje niezwykle wysoki poziom wykonawczy. Towarzyszace orkiestry swietnie za kazdym razem wywiazuja sie z powierzonej im roli. Dlatego tez slucha sie tego nagrania z prawdziwa przyjemnoscia, a dodatkowym jego atutem jest oryginalny, bardzo wartosciowy repertuar. Jest to album do ktôrego powraca sic wielokrotnie.

Stanislaw Lublinski


Wolfram Lorenzen, Schüler unter anderen von Paul Badura-Skoda ist ein erfahrener Pianist, der sich seit Jahren mit weniger bekanntem Repertoire auseinandersetzt. Das dokumentiert  die vorliegende CD, die drei fast vergessene Werke für Klavier und Orchester beinhaltet.

Das erste davon ist Mendelssohns Capriccio brillant. Das Werk entstand im Jahr 1832 und hatte am 25. Mai 1832 in London seine Premiere. Diese effektvolle, hervorragend geschriebene Komposition, ist heutzutage selten in den Konzertsälen zu hören. Und das ist schade. Die Leichtigkeit, Anmut und Einfachheit dieses Werkes müssen jeden Musikliebhaber begeistern.

Das zweite Werk, ist die 70 Jahre später in Jünglingsjahren entstandene Rhapsodie von Bartók. Obwohl der Komponist in diesem Werk, so wie in der früheren Sinfoniedichtung Kossuth, die spätromantische Stilistik noch nicht abgelegt hatte, sind vorsichtige Ankündigungen seiner späteren Errungenschaften zu merken. Ursprünglich war das ein Werk für Klavier solo. Später entstand die orchestrale Fassung. In diesem Werk bediente sich der Komponist der beliebten Motive der ungarischen Tänze.

Das Klavierkonzert von Max Reger ist als letztes Werk auf dieser CD zu hören. Bis zu letzt war es gänzlich vergessen. Vor kurzem jedoch erschienen einige Einspielungen u. a. bei cpo, Orfeo und Bisa. Es ist das zweite und letzte Konzert von Reger (das erste ist das Violinkonzert A-Dur op. 101). Leider wurde das Werk weniger enthusiastisch angenommen. Wie das so oft ist, haben die Traditionalisten dem Werke eine gewisse Verworrenheit und Neuerung konstatiert, während die Modernisten ihm Duplizität und Akademismus vorhielten. Nach einigen Aufführungen verschwand das Werk aus dem Repertoire. Gegenwärtig, wo man dem vergessenen Repertoire immer mehr Gewicht zugesteht, wird dem Konzert mehr Aufmerksamkeit geschenkt.

Das neupräsentierte Album ist eine interessante und wertvolle Produktion auf dem fonografischen Markt. Wolfram Lorenzen hat den Reichtum der Werke, deren hervorragende Konstruktion und seinen Entdeckungsreichtum vorgestellt. Obwohl die Aufnahmen in einem Zeitraum von 23 Jahren entstanden, spielt der Pianist immer exzellent, mit großem Engagement, präsentiert äußerst  hohes künstlerisches Niveau. Die ihn begleitenden Orchester erfüllen jeweils überragend ihre Rolle. Deswegen hört man diese Aufnahmen mit wahrhaftem  Vergnügen. Das originale und sehr wertvolle Repertoire ist ein zusätzlicher Trumpf dieser CD, die man gerne immer wieder auflegt.

Übersetzung der Rezension von Stanislaw Lublinski
(Darius Heise-Krzyszton)





 
letzte Änderung

(18.07.2014 - 16:25 Uhr)

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Klavierkonzerte Vol.1

Felix Mendelssohn Bartholdy, Capriccio brillant op.22 (1832)
Béla Bartók, Rhapsodie op.1 (1904)
Max Reger, Klavierkonzert op.114 (1910)

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