TROUBADISC Music Production
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TRO-CD 01439 - Franz Schubert, WINTERREISE

Neuveröffentlichung
Februar 2011


Gesänge von Leid, Sehnsucht, Tod und Selbstfindung

Eine Neuaufnahme von Franz Schuberts ‚Winterreise’

Wer es wagt, eine Neuaufnahme von Franz Schuberts ‚Winterreise’ auf den Markt zu bringen, muss schon etwas zu sagen haben. Erstens gibt es bis heute keine größere interpretatorische Herausforderung für die Liedsänger als diesen Zyklus, mit dem Franz Schubert ein gutes Jahr vor seinem Tod der Welt ‚Lebewohl’ sagte – in ihrer unprätentiösen Einfachheit, geschmeidigen Geradlinigkeit, zerbrechlichen Kraft, ihrem todnahen Lebenspuls verlangt die ‚Winterreise’ einfach alles von ihren Interpreten: Sensibilität und Nüchternheit, Überschwang und Balance, Natürlichkeit und unbestechlichen Geschmack, technische Souveränität und innigen Ausdruck. Außerdem sind die Einspielungen der ‚Winterreise’ Legion, und jedes Jahr kommen – zumal zur Winterzeit – etliche weitere hinzu.

Als die Produzenten von Troubadisc Nikolay Borchev und Friedrich Suckel hörten, war schnell klar: Es muss die ‚Winterreise’ sein. Die Aussagekraft und Idiomatik, die die beiden jungen Künstler mit dem Werk verbindet, stand außer Zweifel. Der 1980 im weißrussischen Pinsk geborene Bariton Borchev, seit 2003 Mitglied des Ensembles der Bayerischen Staatsoper in München, ist ein vielseitiger, erfolgreicher, vielerorts engagierter, aufstrebender Musiker, von dem man wohl noch viel hören wird. Friedrich Suckel, 1979 in Berlin geboren, wurde schon während des Studiums als Korrepetitor von Christian Thielemann engagiert und arbeitete u.a. mit Claudio Abbado, Pierre Boulez und Thomas Hengelbrock zusammen. Die beiden tragen die ‚Winterreise’ in höchst reflektierter, sublimierter Weise vor, als kontinuierlichen innerlichen Erlebensstrom, der die Anerkennung der Welt nicht nötig hat, sie jedoch umso mehr verdient.

In der Tat ist die ‚Winterreise’ einzigartig, in ihrer Zeitlosigkeit wie in ihrer Modernität. Alles steuert von vorneherein auf den Tod zu, unausweichlich, und beschreitet einen Weg, auf dem der Mensch eigentlich keine andere Wahl hat, als schließlich seine Verzweiflung und Einsamkeit, seine Sehnsucht und sein Elend zu transzendieren und seine Bestimmung anzunehmen. Der Tod wird zum Freund im Leben, das Leiden wird zwar intensiv beklagt, doch zugleich scheint durch all die Wechselfälle der Wanderung und der anstürmenden Gefühle eine Abgeklärtheit und Nüchternheit hindurch, die dem Menschen hilft, den Trost, den das Außen nicht bietet, in sich und der Ergebung in das Schicksal zu finden. Der ‚Leiermann’, 24. Lied und damit finale Station des Zyklus, ist nicht endlich ein anderer Mensch, den der einsame Wanderer auf seiner Reise trifft – der Leiermann ist der Tod, er ist auch Selbstfindung, Akzeptanz des eigenen Wesens. Die Suche hat ein Ende. Freilich, für den Menschen ist das keine Antwort, sondern das Tor zur großen Frage: Was kommt danach?

Die Gedichte Wilhelm Müllers in ihrem naiv volkstümlichen Ton und Duktus hätten für sich wohl kaum als große Kunst überlebt. Doch Schubert überhöht Lied für Lied den Text in seiner Tiefe, seinem Reichtum, seiner Substanz, und dies ohne jeden Widerspruch, ohne Ironie und Distanz, in vollkommener Übereinstimmung mit dem geschriebenen Wort. Und er schafft es, mit rein musikalischen Mitteln den losen Reigen von stimmungsvollen Gedichten zu einem unumkehrbaren, absolut schlüssigen Ganzen zu formen. Es ist ein unerklärliches Wunderwerk der zyklischen Liedkunst, eine Herausforderung und Bewährungsprobe für jeden Sänger, jedesmal aufs Neue. Hier, in dieser Reinheit und Transparenz, wo nichts vorgegaukelt werden kann, erweist sich wahre Meisterschaft.


Das Opernglas, April 2011

Natürlich besteht angesichts der diskographischen Verhältnisse keine Notwendigkeit einer Neuaufnahme  von Franz Schuberts „Winterreise“. Dennoch ist die jüngste CD-Einspielung alles andere als überflüssig, stellt sie doch mit Nikolay Borchev einen überaus talentierten Sänger vor, der mit der komplexen Materie dieses Liederzyklus souverän umzugehen weiß. Der 1980 in Weißrussland geborene Bariton präsentiert nicht nur unforciert die Schönheit seiner lyrischen, leicht metallisch timbrierten Stimme, sondern gestaltet souverän und schafft damit viele Stimmungen. So vermag er beispielsweise im „Lindenbaum“ oder im „Leiermann“ ungekünstelt schlicht, dabei aber doch klangvoll im Ton zu singen, um dann entscheidende Stellen, wie etwa plötzliche Moll-Eintönungen, mit nuancierten Klangänderungen anzustimmen. Und auch die dramatischen Momente interpretiert er gekonnt, wie er überhaupt facettenreich in die Welt der 24 „Winterreise“-Lieder eintaucht und mit einer klaren, aber nie überzogenen Diktion sowie schönem Legato singt. Unterstützung kommt dabei von Friedrich Suckel sensibel vom Flügel. Live hören kann man Borchev derzeit vor allem in der Bayerischen Staatsoper, der er, nach einem Anfang im „Jungen Ensemble“, seit 2004 regulär angehört: Guglielmo, Papageno, Belcore, Harlekin und Figaro (Rossini) sind einige der größeren Partien, die er in München gesungen hat.


ClassicDisc, 2011

„Wer es wagt, eine Neuaufnahme von Franz Schuberts „Winterreise“ auf den Markt zu bringen, muss schon etwas zu sagen haben. Es gibt bis heute keine größere interpretatorische Herausforderung für die Liedsänger als diesen Zyklus, mit dem Franz Schubert ein gutes Jahr vor seinem Tod der Welt „Lebewohl“ sagte. Es ist ein Wunderwerk der zyklischen Liedkunst, eine Herausforderung und Bewährungsprobe für jeden Sänger, jedesmal aufs Neue. Hier, in dieser Reinheit und Transparenz, wo nichts vorgegaukelt werden kann, erweist sich wahre Meisterschaft. Als die Produzenten von Troubadisc Nikolay Borchev und Friedrich Suckel hörten, war schnell klar: Es muss die „Winterreise“ sein. Die Aussagekraft und Idiomatik, die die beiden jungen Künstler mit dem Werk verbindet, stand außer Zweifel. Der 1980 im weißrussischen Pinsk geborene Bariton Borchev, seit 2003 Mitglied des Ensembles der Bayerischen Staatsoper in München, ist ein vielseitiger, erfolgreicher, vielerorts engagierter, aufstrebender Musiker. Friedrich Suckel, 1979 in Berlin geboren, wurde schon während des Studiums als Korrepetitor von Christian Thielemann engagiert und arbeitete u.a. mit Claudio Abbado, Pierre Boulez und Thomas Hengelbrock zusammen. Die beiden tragen die „Winterreise“ in höchst reflektierter, sublimierter Weise vor, als kontinuierlichen innerlichen Erlebensstrom, der die Anerkennung der Welt nicht nötig hat, sie jedoch umso mehr verdient.“





 
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Winterreise op.89 D 911(1827)

Nikolay Borchev, Bariton
Friedrich Suckel, Klavier


Nikolay Borchev, Bariton

 

 

 

 

 


Friedrich Suckel, Klavier