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TRO-CD 01412 - Arthur Bliss

Neue Zeitschrift für Musik,
6/96

Die in jeder Hinsicht vorbildliche Einspielung zweier nahezu unbekannter Streichquartette aus dem angelsächsischen Raum durch das Fanny Mendelssohn Quartett stellt eine wichtige Bereicherung des Repertoirs dar.

Arthur Bliss (1891-1975) gehört zu jenen englischen Komponisten, darunter Delius, Holst, Walton, Berkeley oder Vaughan Williams, deren Musik bis heute die Landesgrenzen schwer überwindet.

Erstaunlich aber bleibt es, dass Bliss, 1950 von der Königin in den Adelsstand erhoben und von 1953 bis 1970 selbst „Master of the Queen’s Music“, auch in seiner Heimat inzwischen kaum mehr aufgeführt wird.

Lediglich seine Ballettmusik Checkmate (1937), die Ninette de Valois zu einer ihrer nach wie vor gültigsten und hierzulande immer wieder neu einstudierten Choreographien beflügelte, und die ebenfalls von der Ballettbühne in Anspruch genommene Colour Symphony (1922) halten die Erinnerung an einen Komponisten wach, der über die Beeinflussung durch Strawinsky und Ravel erst spät zu seiner dann nicht mehr gefragten eigenen Sprache fand.

Wenn der für seine spitze Zunge bekannte englische Musikjournalist Norman Lebrecht in seinem Companion to 20th Century Music schreibt, „sein Stil der 20er Jahre bewies sich als unrentabel, und Bliss entdeckte eine angeborene Gabe für Elgar-Imitationen...“, dann ist dies eine Ohrfeige, der gerade die beiden Quartette entscheidend widersprechen. Gewiß, sie verlangen Unvoreingenommenheit.

1941 bzw. 1950 entstanden, sind sie sowohl in ihrer Struktur als auch in ihrer Klangästhetik ähnlich Robert Simpson tief in der klassisch-romantischen Tradition verankert.

Bliss äußerte sich kurz vor seinem Tod: „Wenn ich meine musikalische Zielsetzung definieren sollte, so wäre es, nach einer wahrhaft und deutlich empfundenen Emotion zu streben und sie für immer in einer perfekten Form festzuhalten.

Beide Quartette sind in ihrer Vitalität, in ihrem schwelgerischen Gegenüber wie Miteinander von Klangwirkung und Emotion, aber auch in der Individualität ihres Aufbaus ein beredtes und keinerlei Mode unterworfenes Zeugnis dieser Zielsetzung.

Dem Fanny Mendelssohn Quartett sei dafür gedankt, dass es diese beiden Perlen mit solchem Elan und solcher Interpretationsakribie neu im Bewusstsein verankerte. Hervorragend auch der umfangreiche Textbeitrag von Meinhard Saremba, der über den musikalischen Gehalt hinaus ein objektives Bild von Arthur Bliss vermittelt.

Eine ausgewogene, klare Klangqualität und die technisch Fertigung der CD tragen entscheidend zu einem fesselnden Hörerlebnis bei.
Hans-Theodor Wohlfahrt


Biss mit Bliss, Feb. 1997
Bevor er es zum Adelstitel brachte, kämpfte er als freiwilliger in Frankreich.

Sir Arthur Bliss (1891-1975), Sohn eines Amerikaners und einer Engländerin, kämpfte als Komponist für die Erweiterung der Tonalität und zugleich für unerbittliche Formenstrenge. Zum „Master of the Queen’s Music“ ernannt, belieferte er das britische Königshaus mit viel Gebrauchsmusik für allerlei höfische Anlässe.

In die englische Musikgeschichte ging er jedoch nicht als moderner Hofmusiker ein, sondern als Autor zweier Streichquartette, die eindrücklicher als Hymnen und Märsche zeigen, was er wollte und auch konnte.

Er strebte nämlich nach einer „wahrhaft und deutlich empfundenen Emotion in einer perfekten Form“, wovon beide Werke auf exemplarische Weise zeugen.

Bereits das für Elizabeth Sprague Coolidge komponierte Quartett in B-Dur (1941) zeigt Bliss auf der Höhe seiner Meisterschaft. Polyphone Reibungen verschärfen die ohnehin schon spannungsgeladene Musiksprache, welche das glänzend disponierte Fanny Mendelssohn Quartett aus München zu der weinigen macht. Noch mehr hat es im 2. Quartett in f-Moll (1950) zu sagen, dessen schneidende Expressivität nicht pointierter wiedergegeben werden könnte.
Walter Labhart


Das Orchester, 9/97

Britische Komponisten haben einen schweren Stand außerhalb der Inseln: Zwischen John Dowland und Benjamin Britten, den berühmtesten und auf dem Kontinent oftmals einzigen bekannten Komponisten der Eilande, klafft für die meisten Musikfreunde eine große Lücke.

Arthur Bliss (1891-1975) ist einer derjenigen Tonsetzer, die in England hochgeehrt, aber auf dem Festland kaum bekannt wurden. Sein Schaffen umfasst Werke für alle musikalischen Gattungen bis hin zu Opern, Filmmusiken und Balletten. Obwohl er sich früh der Kammermusik widmet, schrieb er erst als knapp 50jähriger sein erstes vollgültiges Streichquartett. Ein zweites folgte wenige Jahre später.

Beide Werke spielte das Fanny Mendelssohn Quartett ein und füllt so das auch auf Tonträgern nicht übermäßig stark dokumentierte Œuvre dieses bedeutenden Komponisten auf, der die höchste englische Auszeichnung erhielt und im Krönungsjahr 1953 zum „Master of the Queen’s Music“ ernannt wurde.

Das Fanny Mendelssohn Quartett, das sich bisher vor allem einen Namen machte mit Einspielungen von Musik von Komponistinnen (Hensel-Mendelssohn, Smyth, Coates, Dinescu, Bacewicz, Tailleferre), widmet sich gern dem etwas abgelegenen Repertoire und bereichert die Palette auch mit diesen Aufnahmen um wesentliche, bislang wenig bekannte Werke. Die Einspielungen bestätigen, dass es sich, mit sicherem Blick für Qualität, durchaus lohnt, in unbekannten Gewässern zu fischen.

Renate Eggebrecht und Mario Korunič (Violinen), Stefan Berg (Viola) und Friedemann Kupsa (Cello) bergen so auch mit Bliss’ Quartetten einen kapitalen Fang, und ihre musikalisch feinsinnigen und klanglich subtil verinnerlichten Interpretationen werden den meist spätromantisch empfundenen Ton- und Seelengemälden des Briten, in denen die frühe Moderne nur ganz zart heraufdämmert, überaus gerecht.
Matthias Roth


Classical Music Web, 4/02
www.musicweb.uk.net 
 
Renate Eggebrecht-Kupsa’s TROUBADISC label has a small and select chamber music catalogue. It spans several multi disc series including Reger chamber works with piano and three cunningly arranged Milhaud string quartet/song discs. In addition there are four Ethel Smyth CDs (one in a double volume), and one disc apiece for quartets by Tailleferre, Grażyna Bacewicz and Gloria Coates.

Their Fanny Mendelssohn lieder series has just been launched and then there is this Bliss disc.

The First Quartet dates from Bliss’s years in the USA. These years straddled the start of the Second World War when Bliss was in the States on a lecture tour. His return came about when Boult invited him back to a senior position in the BBC: The Quartet (which like the second quartet is in four movements) was premiered by the Pro Arte Quartet at UCB on April 1941.

The UK premiere was by the Grillers at one of the famed wartime concerts at the National Galery, London on 27 March 1942. It was the Grillers who gave the first performance of the Second Quartet at the naissant Edinburgh Festival on 1. September 1950. They also recorded the quartet for Decca.

Bliss’s string writing is very distinctive, harmonically rich and at times athletic . He does not veer into pastoral musing but he is often soulful. The First Quartet has many similarities with the Bliss’s Music for Strings (premiered by Boult in Vienna in 1935). The music goes with a great sense of yearning passion and a swing. Once or twice I was also reminded of the Bliss Violin Concerto written for Alfredo Campoli und played with ferocious virtuosity by John Georgiadis in a 1975 BBC studio performance alongside the Metamorphic Variations.

The Second Quartet was said by the composer to be his best work in chamber music. He also wrote of his ambition “to try for a emotion truly and clearly felt and caught forever in formal perfection.” He attains this in the hushed breathlessness of the brief sostenuto. This is the track to play to sceptics and ‘non–believers’ and I think it works a shade better on the TROUBADISC than on the Hyperion.

The first movement is rather unremittingly active but the vivo e con brio works well some Italianate relaxation suggestive of Walton’s violin concerto. This is a work as well as the more straight–talking First Quartet. The first two movements struck me as having been influenced somewhat by Britten.

The quartet includes Renate Eggebrecht–Kupsa (1st violin) who is proprietor of TROUBADISC, her husband, Friedemann Kupsa (cello), Mario Korunič (2nd violin) and Stefan Berg (viola). They were founded in 1986 on the occasion of the perpormance of Fanny Mendelssohn–Hensel’s String Quartet in E flat major and Piano Quartet in A flat major.

The thorough and extensive Troubadisc notes are by British Music Society member, Meinhard Saremba. They ara in German and in fluent English translation by George J. Low.

The Hyperion plays for 64:44 against the TROUBADISC 57:48. There is otherwise little to choose between them exept in relation to microphone closer to the players than the Hyperion team producing a more dazzlingly lit effect.

These are Bliss’s only numbered quartets. There are two others (unnumbered) – one from 1914 and an incomplete one from 1923/24. It is a pity that one or other of these could not have joined the two here. There are quite a few early Bliss chamber works that surely merit recording.
Rob Barnett



 
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(18.07.2014 - 16:25 Uhr)

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Streichquartett Nr.1 in B-Dur (1941)
Streichquartett Nr.2 in f-Moll (1950)

Fanny Mendelssohn Quartett

 

 

 

 

 

 

 

 


Sir Arthur Bliss

 

"Arthur Bliss's came to see the Conservatoire yesterday...more explosive and eruptive than ever...I've often felt myself to be a tired and disappointed man, but I don't when I come across people like Arthur Bliss."
E.J.Dent 1919

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Arthur Bliss (re), Darius Milhaud (2.v.li) und Ernest Bloch (li) bei der Uraufführung des 1.Streichquartetts 1941 an der University of California

 

 

 

 

"Bliss was one of those rare, fortunate composers, equally at home in all areas of music from full opera to solo recital pieces a brilliant orchestrater, a word setter of illuminating sensitivity, but it is in the chamber music that he was able to give his more intimate inspiration full play. Yet it has been suggested that the quartets are among his best, most personal works. Certainly they convey a range of mood and a wealth of subtle expression to equal anything in the British string quartet repertoire."
Giles Easterbrook, 1984