TROUBADISC Music Production
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TRO-CD 01413 - TRO-CD 01414 - TRO-CD 01415 - Max Reger


Vol.1


Fono Forum, 10/1997
Idealisten unter sich

Die Musik Max Regers, und insbesondere seine Kammermusik, genießt beim breiten Publikum keine besonders große Wertschätzung. Sie galt und gilt als verschroben, langatmig, aufgedunsen, verbissen und allzu düster (alles Vokabeln zeitgenössischer Kritiker).

Kein Wunder also, dass die großen, nur auf merkantile Resultate schielenden Plattenkonzerne Reger meiden. Im Katalog finden sich die großen Namen allenfalls in der Abteilung Orchestermusik, während Regers Kammermusik eine Domäne der engagierten Klein‑Labels ist. Hier sind die Idealisten unter sich, wie auch die beiden vorliegenden Neuaufnahmen belegen.

Dabei hat sich Renate Eggebrecht, Geigerin und Produzentin in Personalunion, ein besonders ehrgeiziges Projekt vorgenommen.

Den Auftakt bildet die irrwitzig-abgeklärte Sonate op.139. Kompetent unterstützt von zwei renommierten Pianisten, setzt die Geigerin die widersprüchlichen Sonaten mit schlankem, aber sehr selbstbewusstem Ton und großer dynamischer Bandbreite um.

Sie trifft den improvisierenden Stil dieser Werke sehr genau und beherrscht sowohl das versunkene Selbstgespräch wie auch die skurrilen Temperamentsausbrüche. Klangtechnisch läßt die Produktion ebenfalls keine Wünsche offen.

Da auch das Booklet editorisch musterhaft ist, stellt die CD eine willkommene Bereicherung des schmalen Angebots bei den Violinsonaten Regers dar...
Peter Kerbusk


Répertoire, Juin 1999

Originale et abondante, la musique de chambre de Reger connaît enfin la consécration. Après s’être perfectionnée auprès du Quatuor LaSalle, la violiniste Renate Eggebrecht a fondé en 1986 le Quatuor avec piano Fanny Mendelssohn, notamment destiné à révéler des œuvres de compositeurs femmes (Fanny Mendelssohn, justement, ou Ethel Smyth, Germaine Tailleferre, etc.).

Son CD réunissant les deux superbes Quatuors avec piano de Reger, qui nous est parvenu avant ce « Volume 1 ». Certes le violon d’Eggebrecht ne peut se prévaloir d’un timbre séduisant et sa justesse s’avère parfois approximative. Pourtant, le climat de ce compact semble tout autre, débordant d’enthousiasme.

Il est vrai que ses neuf sonates pour violon et piano ont jalonné la vie de Reger : son Opus 1 (ce qui se révèle toujours symbolique) se trouve précisément attribué à la première d’entre elles (en 1890) et les deux présentes sur ce CD sont la 4e (1903) et la dernière (1915 – avec le numéro d’opus 139 sur les… 146 d’un compositeur décédé à quarante‑trois ans !).

Dans les deux cas, la violoniste fait preuve d’un engagement irrésistible (l’esthétique ne constituant pas l’élément essentiel de la musique de Reger) : écoutez par exemple le prestissimo de la Sonate n°4, ou bien encore le vivace et les innombrables rebondissements du finale de la 9e !
Francis Drésel


Gramophone, 4/1998

…The violinist Renate Eggebrecht delivers a passionate account of the sonatas, an important side of Reger’s output.
Richard Whitehouse


Vol. 1+2

Each volume sensibly couples Reger at his most abstruse with later works of relative clarity and memorability. Eggebrecht delivers a passionate account of the C minor Sonate…


Vol.2

Fono Forum
Mit kühnem Schwung

In der Musikgeschichte hat sich die Uraufführung von Strawinskys „Le Sacre du Printemps“ als größter Premierenskandal festgesetzt. Doch nicht viel anders als in Paris muß es zehn Jahre zuvor in München bei der Uraufführung von Max Regers Klavierquintett op. 64 zugegangen sein.

Schon bei den Proben kam es zu tumultartigen Szenen unter den Musikern des Hösl‑Quartetts, das den Komponisten begleiten sollte. Der Bratscher warf entnervt sein Instrument vor Reger aufs Klavier und schrie in höchster Erregung „Irrsinn“. Auch später legte sich der Qualm nicht so schnell: In Musikerkreisen machte das Wort „Strafkammermusik“ die Runde.

Davon ist zwar heute keine Rede mehr, doch ein normales Repertoirestück – wie etwa Strawinskys „Sacre“ – ist Regers Klavierquintett längst nicht geworden. Die vor Noten strotzende Partitur, in der jedes der fünf Instrumente im nahezu pausenlosen Einsatz ist, stellt für die Interpreten und für die Zuhörer eine ungeheure Herausforderung dar.

Echte Reger‑Enthusiasten lassen sich davon natürlich nicht abschrecken. Und dazu gehört Renate Eggebrecht, die Primgeigerin des Fanny‑Mendelssohn‑Quartetts und Gründerin der Schallplattenfirma TROUBADISC, ganz sicher, wie das ehrgeizige Projekt mit Regers Kammermusik belegt.

Den schwierigsten Part im c‑Moll-Quintett hat natürlich der Pianist, und Wolfram Lorenzen bewältigt seine Aufgabe am klangstarken Steinway‑D‑Flügel mit kühnem Schwung, faszinierender Virtuosität und großem Einfühlungsvermögen in Regers wild wuchernde Chromatik, seinen ruhelosen Modulationsdrang und die kurzatmige Motivarbeit.

Fast dagegen eine Erholung für Hände und Ohren ist dagegen Regers fünf Jahre später entstandenes Klaviertrio, das gegenüber den satztechnischen und harmonischen Kühnheiten des Klavierquintetts geradezu abgeklärt und geläutert wirkt.

Lorenzen sowie das Ehepaar Eggebrecht/Kupsa spielen das Trio mit kraftvollem Ton und leidenschaftlich erregt, aber dennoch stets kultiviert und klangschön. Die liebevolle Detailarbeit und die prägnante Linienführung sorgen für Klarheit und schaffen die Voraussetzung für eine sehr spannende Interpretation.

Da auch die Klangtechnik transparent und sauber ausgefallen ist und das umfangreiche Beiheft hohen Ansprüchen genügt, könnte diese mustergültige Edition auch Skeptiker zum Umdenken zwingen.
Peter Kerbusk


Classica, Juin 1999

Après un premier volume consacré aux Sonates pour violon et piano, cette intégrale ambitieuse de la musique de chambre se poursuit avec bonheur. Si l’on exclut une œuvre de jeunesse fortement influencée par Brahms et qu’il reniera ultérieurement, Reger a donc composé deux Quintettes, celui de l’Opus 64 (1903) et celui pour clarinette et cordes op.146, son ultime partition.

L’Opus 64 possède un gigantesque premier mouvement, d’une extraordinaire complexité polyphonique. Sa structure classique évolue avec une multitude de thèmes et d’éléments rhapsodiques qui en rendent la lecture particulièrement périlleuse...

Chaque voix doit préserver son indépendance, tant les lignes mélodiques modèlent une puissance chaotique. Reger composa six Trios. Celui en mi mineur op.102 date de 1908. Il s’inscrit dans la suite de la complexité du précédent Quintette. Son expressionnisme est tout aussi violent, au point que ses premiers interprètes parlèrent à son sujet d’une « symphonie déguisée ».

Les changements d’atmosphère, de métrique sont permanents. Le Largo est l’une des pages les plus inspirées de Reger. Les musiciens réunis pour l’occasion semblent moins avoir travaillé la sonorité que la texture de l’œuvre. Sa parfaite lisibilité fait d’autant plus regretter un manque relatif de chaleur des cordes.

A noter, chez le même éditeur, la parution de Quatrième et Neuvième Sonates pour violon et piano avec Renate Eggebrecht (violon), excellent premier jalon pour une intégrale prometteuse.
Luc Nevers


Vol.3

Klassik heute, 3/1999

Augenblicke des Atemholens, der Ruhe scheint diese Musik nicht zu kennen, zumindest außerhalb der langsamen Sätze nicht. Gleich am Anfang des Klavierquartetts d‑Moll von 1910 konfrontiert den Hörer mit einer Aufgewühltheit, die kein Ende nehmen will.

So waren schon die Zeitgenossen Regers nicht wenig irritiert, vor allem über die Harmonik, deren vollgriffiger, chromatischer Aberwitz so manchen Spieler zur Verzweiflung bringen kann.

Das Fanny Mendelssohn Quartett mit Wolfram Lorenzen (Klavier) hat sich in jüngster Zeit dem haarsträubenden Exerzitium, das Regers Kammermusik noch immer darstellt, unterzogen und damit eine empfindlich klaffende Lücke geschlossen.

Das Ensemble spielt mit drangvollem Mut. Für Hörer, die ihren Blick über Brahms und Schumann bisher nicht hinausgewagt haben, sind diese Quartettaufnahmen schon allein des Repertoires wegen eine verlockende Option.
Eckhard Scheider


Gramophone, March 1999

Even in the face of powerful competition from Claudius Tanski and the Mannheim Quartet, the Fanny Mendelssohn Quartet more than holds its own.

Op.113 is big‑hearted and big‑boned, even occasionally grotesque (the outsize Vivace second movement), while Op.133 is more aquable and concise. Brahmsians and Brucknerians will find plenty to enjoy, and the sound is excellent.
RC


Fono Forum, 2/1999       
Fiebriger Reger

Von kühnem Schwung und faszinierender Virtuosität dieser „Reger‑Enthusiasten“ war schon im Zusammenhang mit dem Quintett op.64 die Rede (Fono Forum 3/98).

Das Engagement der Barden gilt diesmal den beiden Klavierquartetten op.113 und op.133. Wieder überzeugt ihr geradezu fiebriges Spiel, das die „schwere Kost“ nicht durch dämpfendes Herunterregeln vermeintlich schmackhafter machen will, sondern die beiden hochemotionalen Reflexe auf Brahmssche Vorbilder (Quartett op.60) mitreißend ausreizt.

Der ungeschminkte, transparente Zugriff bedeutet dabei keineswegs, dass Ruhepunkte nervös überstolpert werden. Auch nicht, dass der Unterschied zwischen dem hochdramatischen d‑Moll- und dem schwelgerischen a‑Moll-Werk fahrlässig eingeebnet würde.
C.St.


Classica, janvier 1999

Reger disparut durant la Première Guerre mondiale, et nous pouvons espérer que le siècle suivant verra enfin la sortie du purgatoire de cet étonnant compositeur, dont l’œuvre n’a pas jusqu’à présent réussi à quitter les frontières de l’Allemagne.

Ce troisième volume consacré à sa musique de chambre présente les deux quatuors avec piano, des pièces remarquables et d’un abord difficile.

L’Opus 113, daté de 1910, est d’une densité expressive étonnante, et l’humour décapant du compositeur vaut la peine que l’on cite le livret qu’il rédigea lors de la création de l’œuvre : « En dehors du mouvement lent, les trois autres seront pris, selon le vieil usage, plus vite. On peut aussi faire le contraire. Cette musique sonnera toujours de manière épouvantable »
(sic) !

En réalité, l’écriture chromatique très dense nécessite une lecture particulièrement incisive et soucieuse de la clarification des plans sonores. Cette musique fourmille d’idées, de rythmes secondaires dont la mise en place s’avère périlleuse.

L’Opus 133, de 1914, est d’une écriture plus épurée, les lignes mélodiques laissant une part concertante à chaque instrument. L’ombre de Brahms et les influences wagnériennes s’estompent pour laisser place à un impressionniste qui trouve son apogée dans le mouvement lent.

Fondé en 1986, le Quatuor Fanny Mendelssohn réussit à trouver les climats crépusculaires qui conviennent à ce dernier opus sans en en altérer la progression dramatique. Ils tournent résolument leur lecture vers une filiation brahmsienne, sans pour autant négliger les apports modernes du langage harmonique de Reger.
Stéphane Frédérich


FFHM-Zeitung, 12.07.2000

Das zumindest bei Musikern zunehmende Interesse am Kammermusikschaffen Max Regers findet auch beim Fanny Mendelssohn Quartett ansprechenden Wiederhall.

Auch die dritte Folge ihrer Kammermusik mit Klavier gewidmeten Einspielungsserie mit den Regerschen Quartetten opp.113 und 133 bestätigt dieses nachdrücklich.

Wolfram Lorenzens klangvolles, dabei nie unangemessen dominantes Klavierspiel steht dem technisch sicheren, klanglich bei allem Hang zum Schwelgerischen doch disziplinierten Musizieren von Renate Eggebrecht, Geige, Kelvin Hawthorne, Bratsche und des Cellisten Friedemann Kupsa gegenüber.

Trotz aller Verdichtung des Regerschen Satzes gelingt den Musikern eine zwischen emotionalem Überschwang und diszipliniertem Erfassen des Ganzen angesiedelte Interpretation.

Op.113, das als eine sehr individuelle Auseinandersetzung mit Brahms (op.60) gesehen werden muß, erklingt mit vorantreibender Intensität, während bei op.133 das Fanny Mendelssohn Quartett die Lyrik in den Vordergrund stellt.
Tw





 
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Klavierkammermusik - Edition

Vol.1:
Violinsonate C-Dur op.72 (1903)
Violinsonate c-Moll op.139 (1915)

Renate Eggebrecht, Violine
Wolfram Lorenzen, Klavier
Siegfried Mauser, Klavier

Vol.2:
Klavierquintett c-Moll op.64 (1903)
Klaviertrio e-Moll op.102 (1908)

Wolfram Lorenzen, Klavier
Renate Eggebrecht, Violine
Friedemann Kupsa, Violoncello
Fanny Mendelssohn Quartett

Vol.3:
Klavierquartett d-Moll op.113 (1910)
Klavierquartett a-Moll op.133 (1914)

Renate Eggebrecht, Violine
Kelvin Hawthorne, Viola
Friedemann Kupsa, Violoncello
Wolfram Lorenzen, Klavier

"Reger auf dem Pegasus, die Schranken der Konvention überspringend" 1913

 

 

 

 

 

Als Lehrer am Leipziger Konservatorium malte Reger, die linke Hand gewöhnlich in der Hosentasche, die tollsten harmonischen Probleme an die Tafel. Der Tristan-Anfang galt bereits als harmlos. Der Meister erklärte: "Jeder Akkord läßt sich dreiundzwanzig mal umkehren und alles bleibt doch C-Dur." Den Schülern sträubten sich die Haare.

 

 

 

 


Karikatur 1907 

 

 

 

 


Seinen Groll auf die beiden Hauptrezensenten aus Berlin und München, die ihn ständig schwer attackiert hatten, reagierte er ab in der großen C-Dur-Sonate (op.72) für Violine und Klavier, die man "Schafe- und Affe-Sonate" nennt. Nur mit Mühe wurde der Meister daran gehindert, dieses Werk den beiden mit Namensnennung zu widmen! Die Themen S-C-H-A-F-E und A-F-F-E sollten für sich sprechen. Aber auf dem Frankfurter Tonkünstlerfest wies der Komponist bei der Erstaufführung mit Henri Marteau unmißverständlich bei dem Thema "Affe" auf den einen und bei "Schafe" auf den anderen der beiden Herren, die in der ersten Reihe des Festpublikums saßen - ein Beispiel unerschütterlicher Zivilcourage und schöpferischer Selbstbehauptung.

 

 

 

 

 

 

 


Karikatur 1913
W.Thielmann

 

 

 

 

 

 

Reger in der Zeitschrift "Die Musik" (1909) über sein Klavierquartett op.113:

"Sollte die Harmonik nicht immer ganz bazillenfrei sein, so bitte ich alle tonalen Keuschheitsapostel um gütige Verzeihung."  

 

 

 

 


       

 

 

          


Der "souverän" über die kleinlich böswilligen Anfeindungen der Zwerg-Gegner lächelnd seinen Weg verfolgende Riese

Karikatur von Max Lange aus der Münchner Zeit