TROUBADISC Music Production
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TRO-CD 01423 Duo mon amour

Pizzicato, 12/2000
Erstrangige Duo-Platte

Diese CD verdient Aufmerksamkeit. Schon die ersten Töne der Ravel-Sonate lassen aufhorchen. Wir haben sie in graziöser Eleganz im Ohr.

Renate Eggebrecht und Friedemann Kupsa gehen aber sofort in den Angriff über: mit einer stupenden Klanglust, leidenschaftlich im Ausdruck, die Modernität des Werkes mit ungewohnten Phrasierungen betonend.

In der Milhaud-Sonatine kommt die musikalische Emphase ebenfalls durch eine gestalterisch sehr souveräne Geste zu ihrem Recht – wenn auch anders abgeschmeckt, als man es gewohnt ist.

Exemplarisch in der Darstellung des musikalischen Profils, in ihrer Spielfreude und Vitalität regelrecht mitreißend erklingt die Sonate für Violine und Cello von Arthur Honegger.

Eine interessante Begegnung beendet das Programm: In Nikos Skalkottas’ Sonate aus dem Jahre 1947 gelingt dem Komponisten eine Synthese der bei Schönberg erlernten Zwölftontechnik mit tonalen Klangelementen und Anleihen aus der griechischen Volksmusik.

Eggebrecht und Kupsa überzeugen mit einer zupackenden Interpretation, deren exquisite Klanglichkeit von einer tiefen und motivierten Musikalität zeugt...
Rémy Franck


Klassik heute  

Duos zwischen Violine und Violoncello, entstanden in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, versprechen alles andere als einfache Kost. Hat man sich aber einmal in die karge Trockenheit dieser Klänge eingehört, entfaltet sich ein ganz eigener, hochdifferenzierter Klangreichtum.

Diese stellenweise etwas zu sehr vom strahlenden Ton Eggebrechts dominierten Interpretationen beziehen ihren Reiz aus der offenen Dialogfähigkeit zwischen zwei gleichwertigen Partnern, Zwiegesprächen, die von manieriertem Philosophieren (Ravel) über fröhliche Albernheiten (Milhaud , Honegger) bis hin zu köpferauchenden Diskussionen (Skalkottas) reichen können.

Das prägende Moment dieser Aufnahme ist neben der fast orchestral zu nennenden Klangfülle die große Ambitioniertheit der Interpreten. Das dem Interpretationsansatz zu Grunde liegende saubere, fast trocken zu nennende Spiel ist in seiner Präzision eine sehr gute Basis, in die hohe kompositorische Dichte dieser Werke hören einzudringen und die unterschiedlichsten Facetten an emotionalem Reichtum zu erlauschen.
Robert Spoula


Jazz und Tzaz, Athen-Griechenland, 4/2001

War Ihnen die Existenz der erwähnenswerten deutschen Plattenfirma „TROUBADISC Rec.“ Oder der Geigerin Renate Eggebrecht und des Cellisten Friedemann Kupsa bewusst?

Wußten Sie, dass der Firmenkatalog nur aus 28 Positionen besteht, die aber allesamt wegen der hohen Qualität der Aufnahmetechnik, Produktion und des Inhalts hervorgehoben werden sollten?

Ich bin sicher, Sie haben nie auch nur ein bisschen gehört – genau, wie mir bis vor Kurzem nicht bekannt war, dass die letzte CD der Liste vom Paar Eggebrecht – Kupsa verwirklicht wurde – in einer idealen Art die Weltpremiere der Sonate für Geige und Cello unseres Großen Nikos Skalkottas, dazu Ravel’s „A la Memoire de Claude Debussy“, Milhaud’s Sonatine op.324 und Honegger’s „Sonatine“. Es war eine Überraschung, mehr als eine schöne Überraschung.

Skalkottas – in seiner einmaligen Art der Verwendung des dodekaphonen Systems - läßt seine Kompositionen freien Lauf, geht neue Wege indem er Tonarten berührt, polyrhythmische Elemente mit griechischen Klangmitteln mischend. So präsentiert er uns ganz neue Seiten der kammermusikalischen Sprache.

Meine Bekanntschaft mit den sympathischen und tadellosen deutschen Musikern und Interpreten hat mich allerdings gewissermaßen in Verlegenheit und Ratlosigkeit gebracht. Die beiden haben mir gegenüber ihre in jeglicher Hinsicht große Bewunderung von Skalkottas zum Ausdruck gebracht – eine, die ich bei griechischen Musikern vermisse.

Und wenn ich von dem Musikerpaar spreche, dann meine ich Künstler mit kolossalen Fähigkeiten (wie man auch anderen Kritiken glauben darf) – mit Interpretationen und Aufnahmen schwieriger und unbekannter Werke (hier seien die CDs mit Werken von Max Reger, Nadia Boulanger und Ethel Smyth genannt), die ihre herausragende berufliche Qualifizierung und Sensibilität belegen.

Ich gebe zu, dass ich gleich berührt auch das Hören der restlichen Werke der CD genossen habe. Besonders das Werk Ravel’s (1920-22) ist beeindruckend in seinen postimpressionistischen Tonfarben und elegischer Melodramatik, so gut bekannt aus „La Valse“.

Die Sonatine op.324 (1953) von Milhaud mit drei kleinen Satz-Miniaturen gibt den Einfluß der Bilder Cezanne’s wieder – eine gelungene bitonale Harmonik von Klangmotiven des Mittelmeerraumes.

Genauso die Sonatine (1932) von Honegger, wo ihrem Schöpfer mit einfachen Mitteln ein reicher Weltklang gelingt, der nicht anstachelt, sondern beruhigend und hypnotisierend wirkt.

Es ist nicht notwendig ins Detail zu gehen, um die hervorragende Qualität der Aufnahme, der 24-bit SBM Technologie oder der beiliegenden Broschüre zu beschreiben. Die CD ist gegebenenfalls bei TROUBADISC selbst zu bekommen.

Ich empfehle Beharrlichkeit bei ihrem Erwerb, nicht nur dieser einen CD selbst.
Thomas Tamvakos


Coburger Tageblatt, 11./12.Nov 2000

Perspektivenreich: Welcher Weg führt in die Zukunft? Wie wird sie klingen, die Musik des 21. Jahrhunderts? Und wie wird sie vielleicht die Rezeptionsgeschichte jener Musik verändern, die mit dem Wimpernschlag der Jahrtausend-Wende zur Musik des vergangenen Jahrhunderts wurde?

Musik der Moderne“ – in loser Folge stellt das „Tageblatt“ unter diesem Motto Werke vor, die den künstlerischen Weg vom 20. ins 21. Jahrhundert markieren.

Vier Kammermusikwerke, die im Zeitraum von mehr als drei Jahrzehnten zwischen 1920 und 1953 entstanden, hat jetzt das Duo Renate Eggebrecht (Violine) und Friedemann Kupsa (Violoncello) vorgelegt.

Hörbar wird dabei, wie modern, konsequent reduktionistisch sich komponieren ließ, ohne die Grenzen der Tonalität vollständig zu verlassen. Das gilt beispielsweise für die zwischen 1920 und 1922 entstandene viersätzige Sonate für Violine und Violoncello von Maurice Ravel, dem Gedenken an Claude Debussy gewidmet.

Das Duo Eggebrecht/Kupsa läßt an diesem Beispiel sehr eindringlich hörbar werden, wie weit Ravel hier die Reduktion im Sinne linearer Klarheit getrieben hat.

Gleichfalls transparent in der Stimmführung gehalten sind die jeweils dreisätzigen Sonatinen von Darius Milhaud und Arthur Honegger. In der Synthese zwischen Schönbergs Zwölf-Ton-Technik und Anklängen an griechische Volksmusik definiert sich der Stil von Nikos Skalkottas, dessen 1947 – zwei Jahre vor seinem frühen Tod – komponierte Sonate für Violine und Violoncello den Abschluß dieser spannungsvollen und perspektivenreichen Anthologie bilden.
J.B.


Applaus
, 1/2001

Die Entdeckung dieser ansprechend musizierten und präsentierten CD ist eine Sonate des noch immer sträflich vernachlässigten griechischen Schönberg-Schülers Nikos Skalkottas. Der Komponist, der im Alter von 45 Jahren starb, verarbeitet die Zwölftontechnik in einer individuellen, ungemein expressiven Weise.

Sein hier vorgestelltes Werk ist ernst, asketisch und gleichzeitig von vitaler Kraft. Als eher heitere Satelliten zu Skalkottas’ anspruchsvoller Komposition präsentieren sich zwei Sonatinen von Darius Milhaud und Arthur Honegger, von denen Erstere als Ersteinspielung vorliegt und Letztere mit einem charmanten melodischen Mittelsatz besticht.

Auch hier können die Interpreten mit Finesse und Spielwitz überzeugen...
Ts


Das Orchester, 1/2002

Duos von Melodie-Instrumenten zählen zur subtilsten Form von Kammermusik. Das gilt für Komponisten wie für Interpreten. Kann sich der Komponist frei artikulieren, sofern er selbst eines der Instrumente beherrscht oder zumindest gut beraten wird, so ist der Solist auf dessen künstlerische Vorgabe angewiesen.

Er muß seine Persönlichkeit und künstlerisch Potenz zunächst dem Geist des Werkes unterordnen, es begreifen und erarbeiten, bevor er zur eigenen Interpretation vorstößt. Bei einem Duo heißt das nicht nur größtmögliche technische Perfektion und Kongruenz im Zusammenwirken, sondern dürfte im gemeinsamen Erfühlen und Erleben der musikalischen Substanz den wichtigsten Faktor zu bewältigen haben.

Renate Eggebrecht (Violine) und Friedemann Kupsa (Violoncello) erfüllen in hohem Maße die instrumentalen technischen Voraussetzungen. Daß sie sich einer Werkserie für Violine und Cello angenommen haben, die typisch eine interessante Linie innerhalb der frühen Moderne des 20. Jahrhunderts aufzeigt, muß dankbar vermerkt werden. So kann man allein in den Werkvergleichen interessante Querverbindungen kompositorischer Arbeiten erkennen...
Reinhold Träger





 
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(18.07.2014 - 16:25 Uhr)

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Duos für Violine und Cello

Maurice Ravel Sonate (1920-22)
Darius Milhaud Sonatine op.324 (1953)
Arthur Honegger Sonatine (1932)
Nikos Skalkottas Duo (1947)

Renate Eggebrecht, Violine
Friedemann Kupsa, Violoncello

 


Renate Eggebrecht 
Friedemann Kupsa

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Früh übt sich.....