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TRO-CD 01426 - Strassenmusik n.16


Klassik heute,
11.08.2003 
 
Der Titel dieser CD ist etwas irreführend, handelt es sich doch nicht etwa um aufgezeichnete Straßenmusik, sondern vielmehr um seriöse und höchst anspruchsvolle Kompositionen osteuropäischer Prägung.

Im sehr ausführlichen und gut recherchierten Booklet spricht Thomas Beimel vom musikalischen Selbstverständnis der osteuropäischen Moderne, einer Musik, die, indem sie sich ihrer starken volksmusikalischen Wurzeln bediente, ihr ganz eigenständiges Profil entwickelte.

Die vier äußerst unterschiedlichen Stücke – das Spektrum reicht von der großen expressiven Geste bis hin zu minimalistischer Knappheit in Ausdruck und Form – vermitteln dabei ein hochinteressantes Bild dieser hierzulande bis dato nur wenig bekannten Musiktradition, die zudem bis vor knapp 15 Jahren noch unter starken politischen Repressalien litt.

Ein spannendes Beispiel dazu liefert die 1985 geschriebene Sonate des 1926 geborenen rumänischen Komponisten Anatol Vieru. In äußerster Knappheit entwirft Vieru Klangbilder von enormer Dichte und Konzentration, wird aus den Keimzellen einer agressiven Cellofigur sowie zarter und verletzlicher Violinfäden ein Kosmos aus instrumentaler Energie und stiller Melancholie ausgebreitet.

Eggebrecht und Kupsa, die hier ihre zweite gemeinsame CD vorlegen, entwickeln insgesamt sehr dichte und fein aufeinander abgestimmte Zwiegespräche, die Instrumente scheinen gleich siamesischen Zwillingen miteinander verwachsen.

Das gestochen scharfe, raumfüllende Klangbild bei gleichzeitig guter Ortbarkeit der Instrumente unterstreicht den Qualitätsanspruch dieser Aufnahme. Auf daß noch viele folgen mögen.
Robert Spoula


Das Orchester, 10/2003

Renate Eggebrecht und Friedemann Kupsa gehören offensichtlich zur Spezies der musikalischen Entdeckungsreisenden.

Als Mitbegründer des Fanny Mendelssohn Quartetts, im Zusammenwirken mit den Pianisten Wolfram Lorenzen und Siegfried Mauser sowie als Streichduo legten sie bis dato eine allein hinsichtlich ihres Repertoirewerts beeindruckende Reihe von CD-Produktionen vor.

Quartett-Patronin Fanny Mendelssohn und weitere Komponistinnen wie Ethel Smyth, Germaine Tailleferre und Grażyna Bacewicz sind hier ebenso vertreten wie fast vergessene Namen und Werke des 20. Jahrhunderts, etwa Streichquartette von Arthur Bliss und Darius Milhaud sowie Duos von Nikos Skalkottas und Anatol Vieru...

Dem Grundgedanken des Textes und der CD-Einspielung, europäische Musikgeschichte des 20. Jahrhunderts im Rückblick aus Sicht der „Randlagen“ – des Balkan wie auch der britischen Inseln – modifizieren, ja bisweilen neu schreiben zu müssen, ist unbedingt zuzustimmen.

In der Tat offenbaren die beiden Hauptwerke – Zoltán Kodálys bekanntes Duo und das hier zum erstenmal eingespielte, hochinteressante Werk des Rumänen Anatol Vieru – ein Strukturdenken, das sich aus der modalen Welt der Volksmusik speist und die vermeintlich epochale Antinomie zwischen Tonalität und Atonalität vergessen läßt.

Von unterschiedlichem Gewicht sind die beiden kleineren Werke der CD: Elizabeth Maconchys konzis-aphoristische Varationen machen neugierig auf weitere Werke der hierzulande unbekannt gebliebenen Vaughan Williams-Schülerin, während die titelgebende, im Auftrag der Interpreten geschriebene Strassenmusik n.16 des hauptsächlich als Bühnen- und Filmkomponist bekannten Dimitri Nicolau im Rahmen einer (nicht unsympathischen!) Petitesse verbleibt.

Renate Eggebrecht und Friedemann Kupsa interpretieren alle vier Werke mit großer Intensität und Klangfreude. Wir vernehmen ein auf technisch und künstlerisch hohem Niveau präsentiertes Plädoyer für musikalische Neugier. Kann es einen überzeugenderen Grund geben, (heute noch) CDs zu produzieren?
Gerhard Anders


Pizzicato, 9/2003
Intensives Duo

Das Duo Renate Eggebrecht – Friedemann Kupsa spielt auf dieser CD ein aus Osteuropa stammendes Programm, das quasi ein ganzes Jahrhundert umfasst.

Es beginnt mit dem Kodály-Duo op.7 (1914), der ersten gewichtigen Komposition des 20. Jahrhunderts für die Besetzung Violine und Violoncello, in der Kodály melodische, rhythmische und pure Klangelemente aufregend verflechtet.

Die beiden Musiker spielen voll auf Risiko und mit explosiver Kraft, um das Werk äußerst prägnant entstehen zu lassen.

Es folgen die 1951 entstandenen, fantasievollen Variationen der englischen Komponistin Elizabeth Maconchy, ehe der Hörer dann in den Genuß der Sonate des Rumänen Anatol Vieru (1926-1998) kommt.

Der Chatschaturian-Schüler Vieru lieferte, wie im Textheft vermerkt ist, „eine hochvirtuose Musik der Ausweglosigkeit, ein Musterbeispiel dafür, wie man aus einem fast Nichts an musikalischem Material eine dramatische Musik erzeugen kann.“

Die karge Musik wird vom Duo Eggebrecht-Kupsa sehr bissig gespielt, und so kommt die innere Revolte zum Ausdruck, die Vieru zu diesem Stück inspiriert haben mag.

Mit einem kleinen Straßenbild aus Feuer, Sonne, Düften und kosmopolitischen Stimmungen, der ‚Straßenmusik n.16’ des griechischen Komponisten Dimitri Nicolau, wird das Programm beendet, in dem wir einmal mehr bewundern, mit welcher Konzentration, Abstimmungsgenauigkeit und Virtuosität dieses Duo spielt, wie sehr die beiden Musiker aufeinander eingehen und wie souverän sie die Stücke beherrschen, um sie nicht nur spielen, sondern damit wirklich Musik machen zu können.
Rémy Franck





 
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Duos für Violine und Cello

Zoltán Kodály, Duo op.7 (1914)
Elizabeth Maconchy, Theme and Variations (1951)
Anatol Vieru, Sonate (1985)
Dimitri Nicolau, "Strassenmusik n.16" op.210 (2001)

Renate Eggebrecht, Violine
Friedemann Kupsa, Violoncello

Renate Eggebrecht
Friedemann Kupsa

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Renate Eggebrecht
Friedemann Kupsa