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TRO-CD 01419 - Fanny Mendelssohn Hensel

DAS JAHR

Klassik heute, 12/98

Diese Einspielung des Freiburger Pianisten Wolfram Lorenzen scheint mir eine der wichtigsten Editionen zum Thema Mendelssohn-Hensel zu sein. Nicht nur, weil Lorenzen souverän Klavier spielt, sondern weil hier auch die herausgeberischen Aufgaben mustergültig erfüllt sind.

Lorenzen bietet als Weltersteinspielung Fanny Hensels Zyklus Das Jahr  in jener Reinschrift-Version, die erst im Sommer 1997 von der Deutschen Staatsbibliothek aus dem Familienbesitz der Mendelssohns erworben werden konnte. Für den interessierten Hörer bedeutet dies eine Fülle von Abweichungen von der bekannten Fassung.

Im kundigen Begleittext von Christian Thorau erfährt man die entsprechenden Werkintimitäten und überdies eine Menge an biographisch-künstlerischen Details, die zur Würdigung von Fanny Hensels Talent und zur Deutung dieser Werkreihe entscheidend Hilfe leisten. Die Reinschrift nach Art eines musikalischen Tagebuchs stellt eine „Kostbarkeit romantischer Künstlerautographe“ dar.

Fanny notierte die einzelnen Miniaturen auf jeweils eigenfarbigem Papier. Ihr Mann Wilhelm „illustrierte die Anfänge der Stücke mit Vignetten, beide stellten den Monaten Gedichtverse oder kurze Strophen voran und ließen das fast 50seitige Manuskript binden“.
Peter Cossé


DRS 2  Klassik, Diskothek im zwei  
Redaktion  Roland Wächter
12.–18.Nov.1999
Klaviermeisterstücke zu entdecken
Fanny Mendelssohn: Das Jahr

Zu entdecken: ein Meisterwerk der Klavierliteratur! Das fanden Martina Wohltat und Ivo Haag, je mehr sie mit Fanny Mendelssohns „Das Jahr“ bekannt wurden. Ein Klavierzyklus mit einer merkwürdigen Doppelbedeutung: Einerseits finden sich darin 12 Klavierstücke für die 12 Monate des Jahres; anderseits ist „Das Jahr“ auch jenes Jahr, in dem Fanny Mendelssohn mit ihrem Mann (dem Maler Wilhelm Hensel) Italien bereist – und in ihren Klavierzyklus hineinarbeitet.

Von den fünf existierenden Aufnahmen ist jene von Wolfram Lorenzen eindeutig die beste. Er konnte als Erster nun Fanny Mendelssohns definitive „Reinschrift“ benutzen, die die Familie Mendelssohn bis vor wenigen Jahren unter Verschluß hielt.


Fono Forum, 12/98

Bei Troubadisc erschien in Ersteinspielung die 1841/42er Originalversion von Fanny Hensel’s Das Jahr, gespielt von Wolfram Lorenzen. Die Aufnahme bringt das Wirrwarr der verschiedenen fragmentarischen Versionen nun endlich zu Ende. Beigefügt sind dem Jahr  noch zwei Klavierstücke aus den Jahren 1840/43 in G-Dur und As-Dur. Der runde und gut kontrollierte Ton von Lorenzen lässt den Zyklus noch in besonderer, berechtigter Gewichtung erscheinen.
Knut Franke


Gramophone, 5/99

These 12 pieces recalling a year spent in Italy are emphatically more than salon frippery. And while the influence of her brother can be felt in the scherzo movements, Das Jahr  is no mere pale imitation. It needs a deft touch to ralize folly the variety of style here, and Lorenzen is best in the more “Germanic” movements (such as “August”). Hopefully other pianists will now be encouraged to try these pieces – they’re quite a discovery.


Piano, 6/98

Fanny Mendelssohn-Hensels Klavierzyklus Das Jahr ist ein Gesamtkunstwerk. Es erschließt sich erst dem ganz, der das Stück nicht nur hört, sondern auch die Handschrift in Augenschein nehmen kann...

Man kann das Werk  als eine Art Tagebuch deuten, gleichzeitig als Nachhall der Reise in den Süden, und so stellt sich dem Betrachter auch die Handschrift dar, die ihr Mann, der Maler Wilhelm Hensel mit stimmungsvollen Zeichnungen versehen hat, und bei denen jedem Monat noch einige Verse vorangestellt sind – und so ein Zusammenwirken von Musik, Malerei und Lyrik erlauben.

Bei Pianisten und Pianistinnen ist der Zyklus Das Jahr einer der zentralen Ansatzpunkte für eine Wiederentdeckung der Komponistin. Die vorliegende Aufnahme unterscheidet sich von den bereits verfügbaren durch eine veränderte Werkgestalt, wie sie sich in dem erst 1997 von der Deutschen Staatsbibliothek Berlin erworbenen Autograph zeigt.

Stilistisch handelt es sich bei den Teilen dieses Zyklus’ um Charakterstücke: Der Karnevalsmonat Februar zieht als Tarantella vorüber, der Juni (für dies Fassung ganz neu komponiert) beschwört in einem scheinbar lautenbegleiteten Ständchen Assoziationen mit einer lauen Sommernacht herauf, im September fing die Komponistin das Bild einer Flußlanschaft ein.

In einigen anderen Stücken orientiert sich Fanny Mendelssohn an barocken Formen aus romantischer Sicht: Der März ist ein Choral mit vorgeschaltetem Präludium, im Dezember scheint die Melodie „Vom Himmel hoch“ durch, der Choral „Das alte Jahr vergangen ist“ beschließt des Werk.

Wolfram Lorenzen spielt mit weichem, sehr delikatem Anschlag, der vor allem in den kontrapunktisch dichten Passagen zur Geltung kommt.
Oliver Buslau


Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.7.99

Es ist so schön, im Januar zu träumen
Sehnsucht nach dem Süden: Zwei Versionen des Klavierzyklus „Das Jahr“ von Fanny Mendelssohn-Hensel
        

„O du schönes Italien. Wie reich bin ich innerlich durch dich geworden! Welch einen unvergleichlichen Schatz trag ich im Herzen zuhaus. Wird auch mein Gedächtnis recht treu seyn? Werde ich so lebhaft behalten, wie ich empfunden?“ so schrieb Fanny Mendelssohn Hensel im Juli 1840 in ihr Reisetagebuch.

Im September des Vorjahres war sie mit ihrem Mann, dem Preußischen Hofmaler Wilhelm Hensel, und ihrem damals neun Jahre alten Sohn nach dem Land ihrer Träume aufgebrochen. Mailand, Venedig, Florenz und Neapel waren die ersten Stationen der lange geplanten Reise. Im Winter und Frühjahr verbrachte man die „goldenen Tage“ in Rom. Dort lernte das Ehepaar den jungen Rom-Preisträger Charles Gounod kennen, der „Madame Henzel“ als Komponistin und Bach-Interpretin schwärmerisch verehrte.

Als eine Art klingendes Tagebuch dieser Reise komponierte Fanny Hensel ein Jahr nach der Rückkehr von August bis Dezember 1841 den Klavierzyklus „Das Jahr“, zwölf „Charakterstücke“ samt Nachspiel, die sie zum Weihnachtsfest ihrem Gatten widmete. Dabei fanden auch Entwürfe Verwendung, die bereits in Italien entstanden waren. Wie sehr ihr daran gelegen war, der nach Monaten geordneten Sammlung eine musikalisch sinnfällige Gestalt unabhängig von privaten Reminiszenzen zu geben, zeigt die Tatsache, dass sie 1842 das Opus noch einmal gründlich überarbeitet hat.

Die Deutsche Staatsbibliothek Berlin erwarb 1997 diese zweite Version aus Familienbesitz, erst seither ist sie öffentlich zugänglich. Mit ihren fast fünfzig Seiten, die neben dem teils erheblich von der Erstfassung abweichenden Notentext auch Vignetten und Gedichte von Wilhelm Hensel enthalten, ist sie ein singuläres kleines Gesamtkunstwerk in Buchform.

An die Italienreise erinnert hier nur noch die Illustration zum „Februar“, die das Presto-Scherzo als römischen Karneval in Tönen ausweist. Der „April“ ist ein Capriccio , das nicht nur als tönende Darstellung des launischen Monats, sondern auch – „bloß fürs Haus“ – als musikalisches  Porträt Gounods gelten kann.

Wilhelm Hensel hatte den Bakannten in den Reiseberichten als „hyperromantischen“ Jüngling geschildert, den die deutsche Musik „verwirrt und halb toll“ machte.

In anderen der meist mehrteiligen, als „Lieder ohne Worte“, Choralparaphrasen, Serenaden oder Stimmungslieder angelegten Sätze sind die Proportionen durch Kürzungen und Umstellungen ausbalanciert. Völlig neu komponiert ist der „Juni“ – von der virtuosen Erstfassung blieb hier nur der Ständchencharakter.

Als „Traum“ des ganzen Jahres präsentiert sich der „Januar“, dessen Mittelteil mehrere Monate andeutungsweise in der Art einer Ouvertüre vorwegnimmt. Sein tastend absteigendes Anfangsmotiv klingt quer durch den Zyklus in wechselndem Stimmungskontext immer wieder unauffällig an.

Im Nachspiel huldigt Fanny Hensel, der ihre Mutter schon bei der Geburt „Bach’sche Fugenfinger“ bescheinigt haben soll, dem verehrten Thomaskantor mit einer Bearbeitung des Corals „Das alte Jahr vergangen ist“ und Zitaten aus der „Matthäus-Passion“.

Zwei neue Einspielungen des Zyklus bieten nun Gelegenheit, Urfassung und revidierte Version zu vergleichen. Ulrich Urbans versierte, stellenweise etwas oberflächliche Aufnahme ist kurz vor Bekanntwerden des Autographs von 1842 entstanden, aber erst jetzt erschienen. Dabei wäre es durchaus möglich gewesen, den offenbar vor diesem „Fund“ verfassten Booklet-Text von Beate Schröder-Nauenburg zu aktualisieren, was leider unterblieb.

Wolfram Lorenzens Ersteinspielung der Neufassung bietet einfühlsamere Interpretationen und im Booklet einen soliden Essay von Christian Thorau über die Fassungsvarianten sowie einige Faksimile-Beispiele der Handschrift.

Die CD enthält außerdem zwei Klavierstücke Fanny Hensels aus einem 1843 für den Bruder Felix zusammengestellten Album...
Werner M. Grimmel


Classica,  N°8, Jan.1999

Le hazard des parutions fait que sont sortis à quelques mois d’intervalle seulement trois CD de Fanny Hensel, sœur chérie du grand Felix Mendelssohn. On ne peut s’empêcher, à l’écoute de ces œuvres, d’essayer de déceler quels traits stylistiques la sœur a pu hériter du frère : dans le cycle Das Jahr, on reconnaît l’esprit du Scherzo, l’héritage de Bach (monothématisme) et certaines formules d’accompagement très proches de celles des Variations sérieuses…

Bref, il s’agit là de musiques qui devraient intéresser autant le musicologue soucieux d’approfondir les répertoires rares que le simple mélomane.
Karol Beffa


Historiens et Géographes,  Avril/Mai 1999

Felix Mendelssohn (1809-1847) cultiva avec bonheur les multiples dons que lui apportèrent sa famille et la nature (équitation, danse dessin, langues mortes et étrangères, etc.) et, en oubliant quelques méchantes partitions, doit être considéré comme un des plus grands compositeurs de toute l’histoire de la musique occidentale. Mais l’être humain avait des côtés pour le moins décevants.

C’est ainsi qu’il fut à la fois cassant et paternaliste avec Robert Schumann (dont le nom n’est pas une seule fois cité dans son abondante correspondance alors qu’ils travaillèrent ensemble pendant des années) ou qu’il remplaça sévèrement son père, le non mois sévère banquier Abraham Mendelssohn, auprès de sa sœur aînée Fanny, lui interdisant de publier ses œuvres et l’exhortant à ne s’intéresser qu’à  son rôle de mère et d’épouse.

Voilà un bien vilain trait de caractère, dû autant à l’éducation stricte que reçut Felix et aux mœurs du temps qu’à ce qu’il faut bien appeler une certaine jalousie.
Car Fanny Mendelssohn (1805-1847), épouse du peintre Wilhelm Hensel (1794-1861) était une musicienne fort douée, beaucoup plus, par exemple, que Clara Schumann, dont les œuvres sont oubliables. Elle reçut avec et en même temps que Felix une excellente formation musicale auprès des mêmes maîtres, comme le remarquable professeur Zelter. Ses œuvres (quelques unes seulement ont été publiées de son vivant, car elle a osé quand même braver l’interdiction fraternelle), qu’il s’agisse de lieder, de chœurs, d’œuvres de chambre ou pour piano, témoignent d’une véritable originalité et d’un réel talent ; on ne peut que regretter que cette grande créatrice ait été brimée dans son élan artistique. Et il y a encore de nombreux manuscrit inédits dans les bibliothèques.

Le préssent CD est consacré à un grand cycle pou piano, Das Jahr (l’Année), composé en 1841-1842 au retour d’un voyage en Italie avec son meri. Il s’agit de « 12 pièces de caractère pour piano » correspondant à chacun des mois de l’année, véritable journal intime musical et étonnante préfiguration du cycle Les Saisons que Tchaikovski composera 35 ans plus tard.

Le pianiste Wolfram Lorenzen nous offre en première mondiale (le manuscrit a été acquis par la Staatsbibliothek de Berlin en 1997) une agréable découverte pour les mélomanes. Trois autres pièces pour piano complètent ce très beau disque.


Répertoire  N°120 Janvier 1999
En 1997, la bibliothèque d’Etat de Berlin récupérait le manuscrit original de Das Jahr.  Il s’agit de la version finalisée de 1842, qui apporte des modifications importantes à la pièce appelée « Juin » ainsi que d’autres petits détails. La notice nous apprend que le manuscrit a élagement été agrémenté de poésie en vers de l’auteur et de miniatures de la main de son mari, au début de chacun des mois.

Si l’écriture peut sembler parfois un peu désu`te, elle n’est jamais minimaliste, offrant au contraire une romance capiteuse et étourdissante. Soutenue par un pianiste au toucher un peu dur, mais qui ne ménage aucun effort pour faire briller la parition, l’œuvre apparaît alors comme l’une des premières cathédrales virtuoses de l’art romantique.

Loin du rapprochement habituel de cette musique avec les Saisons de Tchaikovski, composées trente-trois ans plus tard, l’originalité du travail de Fanny Hensel surprend et offre des saveurs particulières qui méritent l’attention. Malgré des compléments de programme plus ordinaires, ce disque apparaît comme un choix face à la très maigre concurrence.
Olivier-Georges Moglia


DNA   19 Mars 1999
Au piano
C’est un peu une première que nous propose Wolfram Lorenzen, un pianiste solide et attentif, originaire de Fribourg en Brisgau. La version de « L’Année » de Fanny Mendelssohn qu’il a enregistré en mai 1998 à Ludwigsbourg est en effet celle du manuscrit de la dernière révision de 1842, après donc modifications parfois importantes, récemment acquis par la Bibliothèque d’Etat Berlin.

Ses douze pièces évoquent chaque mois de l’année, dans une vision qui prend en compte le périple de douze mois effectué en Italie avec son mari, le peintre Wilhelm Hensel, voire quelques années précédentes de sa vie à la fois brillante et frustrante.

L’art de Fanny est réel, personnel et savoureux. Ces pages sont brillantes, lyriques, pleines de vie et de sensations. Un romantisme que Lorenzen sert au mieux, avec entrain et conviction.





 
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DAS JAHR

Zwölf Charakterstücke und Nachspiel für Fortepiano,
nach der Reinschrift (1842)

Klavierstück C-Dur 1843
Klavierstück As-Dur 1843

Wolfram Lorenzen, Klavier

Wolfram Lorenzen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Fanny Mendelssohn am Klavier

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Januar
Ahnest du, o Seele wieder
Sanfte, süße Frühlingslieder?
Sieh umher die falben Bäume,
Ach! es waren holde Träume.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Brief von Fanny Mendelssohn an ihre Mutter Lea aus Rom, 28.April 1840