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Unterricht bei Wolfgang Amadeus Mozart

Aus dem Kompositionsunterricht, den Wolfgang Amadeus Mozart Thomas Attwood erteilte, haben sich Aufzeichnungen erhalten, aus denen ersichtlich ist, daß Mozart der enharmonischen Unterscheidung zweier Tonstufen großen Wert beimaß.  Für den ausübenden Musiker ist diese Unterscheidung einerseits wichtig für die Intonation der Terz, andererseits für die Intervalle, die sich darüber ergeben. Einer größenmäßigen Anordnung enharmonischer Töne


 


 


folgt eine gesonderte Aufstellung großer und kleiner Halbtöne.


 





Thomas Attwoods Theorie- und Kompositionsunterricht bei Mozart, Kassel 1969, Band XI, 30/1

Schließlich geht Mozart auf die Zusammensetzung verschiedener Intervalle ein, wobei er gegebenenfalls dazu sagt, ob es mit Hilfe eines großen oder kleinen Halbtons gebildet wurde. So unterscheidet Mozart auch eine übermäßige Sekunde c’-dis’ von einer kleinen Terz c’-es’; das erste Intervall bestehe aus einem Ganzton (tuono) und einem kleinen Halbton (mezzo tuono piccolo), das zweite dagegen aus einem Ganzton und einem größeren Halbton (mezzo tuono grande).
Mozart unterscheidet also die Halbtöne in große und kleine. Seine Tabelle weist jene als größere Halbtöne aus, die zwei Halbtonräume einnehmen, und jene als kleine, die in einem Halbtonraum stehen. Spätestens an dieser Stelle wird klar, daß die vielfach zitierte Stelle aus Mozarts g-Moll-Quintett eben nicht mit tiefem ges und hohem fis zu spielen ist, sondern umgekehrt: das fis muß tief sein, das ges dagegen hoch. Hier das Beispiel, wie es zu spielen ist:






© Jutta Stüber Die Intonation des Geigers Orpheus Verlag, Bonn 1989 Mit freundlicher Genehmigung

Arnold Steinhardt, Primarius des amerikanischen Guarneri-Quartetts und Schüler Galamians gibt hierzu die falsche, gegen Mozarts Forderungen gerichtete Spielanleitung:
"Hie und da will ein Komponist einen enharmonischen Wechsel anzeigen. So Mozart, wenn er im ersten Satz seines g-Moll-Quintetts von B-Dur nach g-Moll moduliert. Das fis sollte möglichst höher als das ges im vorigen Takt gespielt werden."

Die Kunst des Quartettspiels, Kassel 1988

© Troubadisc




 
letzte Änderung
Friedemann Kupsa
(01.02.2016 - 23:20 Uhr)

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