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Ljubica Maric

Biographie

* 18. März 1909 in Kragujevac
+ 17. September 2003 in Belgrad

Ljubica Maric wurde 1909 in Kragujevac geboren und gehört zu den prominentesten Vertretern der zeitgenössischen Musik Serbiens. In Belgrad erhielt sie Violinunterricht sowie Unterweisung in Komposition bei Josip Slavenski. Sie setzte ihre musikalische Ausbildung am Staatlichen Konservatorium in Prag (1929-1937) fort, wo sie bei Josef Suk und Aloys Hába Komposition und bei Nikolay Malko Dirigieren studierte. Ihre Kompositionen aus dieser Zeit wie beispielsweise das Wind Quintet und die Music for Orchestra, die durch musikalische Werke Schönbergs und Hábas beeinflusst sind, wurden bei ihren Aufführungen in Prag, Amsterdam (Weltmusiktage der Internationalen Gesellschaft für Neue Musik 1933) und Straßburg enthusiastisch gefeiert.

Unglücklicherweise sind fast alle Kompositionen aus dieser Zeit verschollen. Nach ihrer Rückkehr nach Jugoslawien unterrichtete sie Musiktheorie an der Musikakademie in Belgrad. In den Jahren nach dem zweiten Weltkrieg erforschte Ljubica Maric serbische Volksmusik und frühchristlich-orthodoxe Kirchenmusik. Diese Studien ermöglichten ihr den reifen Kompositionsstil, der in den 50er und 60er Jahren zur Vollendung gelangte. In diesen Jahren entstanden viele ihrer wichtigsten Kompositionen: Die Kantate Songs of Space für Chor und Orchester auf Texte von Epitaphien auf den Gräbern bosnischer Bogumilen des 12.  Jahrhunderts, Passacaglia und Octoicha I für Orchester, das Byzantine Concerto für Klavier und Orchester, die Kantate
The Threshold of Dream für Sopran, Alt, Sprecher und Kammerorchester und das Ostinato Super Thema Octoicha für Klavier, Harfe und Streichorchester. Alle diese Werke hinterließen bei Konzertbesuchern und Kritikern einen tiefen Eindruck. Zu dieser Zeit wurde Ljubica Maric auch Mitglied der Serbischen Akademie für Kunst und Wissenschaft.

Das wichtigste Charakteristikum ihres Oeuvres ist die spezifische Synthese von Volksmusik, mittelalterlicher byzantinischer Musik und einer modernen Klangsensibilität. „Ich habe alles von der Volksmusik gelernt", ist Ljubica Marics persönliches Credo. Eine der wichtigsten Inspirationsquellen des ihr eigenen Stils ist der serbische Oktoechos – eine Sammlung mittelalterlicher serbischer religiöser Gesänge, welche auf byzantinischer Kirchenmusik beruhen und die entsprechend ihrer Skalenstruktur in acht Modi arrangiert sind. Ljubica Maric sieht in den Elementen der Vergangenheit, die sie sich zu eigen macht, lediglich eine Anregung für ihre eigene Kreativität, in der die Suche nach einem neuen Klang ein auffallender Charakterzug ist, ohne dabei jedoch den musikalischen Ausdruck vergangener Zeiten wiederherstellen zu wollen. Alle ihre Werke basieren auf der persönlichen Philosophie der Komponistin: „Wir wenden uns immer dem zu, von dem wir fühlen, dass es in der Vergangenheit durch eine spezielle kreative Kraft entstanden ist und das nun weiterlebt als etwas Ewiges, Ununterbrochenes durch die Zeiten. So gesehen sind Vergangenheit und Gegenwart keine Gegensätze – sie stärken sich gegenseitig, entwickeln sich zusammen weiter und wachsen zu etwas Neuem." In den 80er und 90er Jahren komponierte Ljubica Maric hauptsächlich Kammermusik. Sie schuf so außergewöhnliche Werke wie Invocation, Monodia Octoicha, From the Darkness Chanting, Asymptote, Archaia und Torso. Es geht in diesen Kompositionen darum, auf vielfältigen, immer neuen individuellen Wegen in die Tiefe vergangener Epochen einzudringen. Aus diesem Prozess ergeben sich jeweils authentische Zeugnisse der heutigen Zeit.

Die Komponistin gehört zu den Mehrfachbegabungen: Sie zeichnet, beschäftigt sich mit Grafik und widmet sich literarischen Arbeiten – beispielsweise hat sie eine Sammlung von philosophisch-poetischen Epigrammen (Tablice) gedichtet.

„Alles was Neue Musik bieten kann, hat Ljubica Maric in einem großen Entwurf verwirklicht. Sie drückt sich klar und überzeugend aus, sie spricht aus der Tiefe ihrer Seele.“
Dimitrij Schostakowitsch: Interview für das Magazin Zvuk, Belgrad 1964, S. 39


Lit: Annäherung an 7 Komponistinnen, Bd. 9, hg. v. Clara Mayer, Kassel 1998; darin: Borislav Cicovacki, Ljubica Maric: In der Stille singt die Dunkelheit über Gold, S. 71f.,
Furore Verlag Kassel ISBN 3-927327-43-3


TRO-SACD 01436 - VIOLIN SOLO Vol. 5 - 20,00 €

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Friedemann Kupsa
(22.01.2015 - 21:20 Uhr)

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Ljubica Maric






In der Stille singt die Dunkelheit über Gold

es möchte geboren werden
aber möchte namenlos bleiben
kein Bewusstsein soll es aufhalten in keiner Form
in keinem Begriff
und es wird stets neu geboren
und spricht unbegreiflich
es spricht Wahrheit

Ljubica Maric, Tables 1978