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Max Reger
Biographie

„Ich muß mein Werk fertig haben“
Max Reger

Der deutsche Komponist wurde am 19. März 1873 in Brand/Oberpfalz geboren. Nach nicht eben methodischer Musikunterweisung durch die Eltern erhielt Max Reger im Oktober 1884 geregelten Unterricht bei dem Organisten Adalbert Lindner, der 1921 eine Biographie über Regers Jugendjahre veröffentlichte.

Als Organist konnte er bald seinen Lehrer im liturgischen Orgelspiel vertreten. Mit fünfzehn Jahren empfing er nach-haltige Eindrücke vom Besuch der Bayreuther Festspiele. Im selben Jahre komponierte er, gleich in Reinschrift, eine Ouvertüre für das Weidener Liebhaberorchester. Lindner sandte diese Komposition heimlich an Hugo Riemann, der Regers ungewöhnliche Begabung erkannte. Im April 1890 wurde dieser sein Kompositionslehrer. Reger folgte seinem Lehrer nach Wiesbaden, komponierte dort seine ersten bei Augener in London erschienen Kammermusikwerke und Lieder und gab Unterricht am Konservatorium. In dieser Zeit schloß er Freundschaft mit Ferruccio Busoni.

Nach Ableistung seiner militärischen Dienstzeit kehrte er, durch Überarbeitung und genußfreudiges Leben („Sturm- und Trankzeit“) erkrankt, 1898 ins Elternhaus zurück. Er beschäf-tigte sich mit zeitgenössischer Literatur und komponierte in unaufhaltsamer Folge neben zahlreichen Klavier- und Kam-mermusikwerken sowie Liedern die großen Choralfantasien und andere Orgelmusik, deren erster großer Interpret Karl Straube wurde.

1901 zog Max Reger nach München, wo er heftigen Wider-ständen durch die "Neudeutsche Schule“ um Thuille, Louis, Schillings u.a. begegnete. Als inzwischen namhafter Pianist verstand er es, zusammen mit seinen Freunden Henry Marteau, J. Hösl, J. Loritz, A. Schmid-Lindner u.a., seine oft angefeindete Musik durchzusetzen. Gemeinsam mit Richard Strauss trat er in scharf formulierten Artikeln für die neue Musik und die Rechte der Komponisten ein.

Am 25. Oktober 1902 heiratete er Elsa von Bercken, geb. von Bagenski. Sechs Jahre später adoptierte das Ehepaar die Töchter Christa und Lotti.

In München komponierte Reger u.a. das Klavierquintett c-Moll op.64, das Streichquartett d-Moll op.74, die skandalbehaftete Violinsonate C-Dur op.72, die Bach-Variationen op.81 für Klavier und die Orchesterwerke Sinfonietta A-Dur op.90 und die Serenade G-Dur op.95.

1907 nahm er den Ruf als Universitäts-Musikdirektor und Kompositionslehrer in Leipzig an und wurde königlich säch-sischer Professor. 1908, auf Veranlassung seines Freundes und späteren Biographen Fritz Stein, Dr.phil.h.c. der Univer-sität Jena. Für diese Ehrung, der weitere akademische Titel folgten, bedankte er sich mit dem 100. Psalm op.106 für Chor und Orchester. Dem Freunde Marteau widmete er das Violin-konzert A-Dur op.101, Frieda Kwast-Hodapp das Klavierkon-zert f-Moll op.114 Arthur Nickisch den Symphonischen Prolog zu einer Tragödie op.108.

1909 hatte er große Erfolge mit eigenen Kompositionen in London. Zwei Jahre später übernahm er die Leitung der Meininger Hofkapelle. Seine ausgedehnte Dirigententätigkeit hat sein symphonisches Schaffen wesentlich gefördert.

Am 1. Juli 1914, wenige Tage nach dem Tod des Herzogs Georg II. von Sachsen-Meiningen, gab Reger den Posten ab und zog nach Jena, wo er seine letzten Werke komponierte.

Auf einer Reise ereilte den eben 43jährigen am 11. Mai 1916 in Leipzig der Herztod.

„Wer das unendliche Reich der Möglichkeiten nicht beherrscht, um eine Idee auszuarbeiten wird stets in Manier verfallen, das heißt, immer denselben Anfang machen und stehen bleiben, wo er nicht weiter kann.“

„...Daß unsre Theorie steril ist, daß wir darin seit 200 Jahren keinen Fortschritt haben, eher einen Rückschritt, habe ich schon selbst empfunden — und mich in meinem Schaffen ganz und gar von ihr entfernt. Ich verhehle mir keineswegs die große Schwierigkeit, eine Brücke von den Anschauungen einer längst überwundenen Theorie zu unserer heutigen Musik zu schlagen.“
Max Reger


Buchtipps

Susanne Popp / Susanne Shigihara:
Max Reger, Am Wendepunkt zur Moderne
Bouvier Verlag Herbert Grundmann, Bonn 1987

Rainer Cadenbach:
Max Reger und seine Zeit
Laaber-Verlag 1991

Einspielungen mit Werken von Max Reger:
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Friedemann Kupsa
(21.12.2009 - 22:03 Uhr)

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Max Reger







"...dann wird im Sommer dann gearbeitet d. h. componiert, daß alle Seiten platzen. Ich hab furchtbar viel vor - alles zum Entsetzen der musikalischen Menschheit; vorläufig hab' ich nur ein Gebet, wenn doch unser Herrgott es machen wollte, daß jeder Tag 72 Arbeitsstunden habe, damit ich alles niederschreiben könnte, was ich alles im Hirn habe."
(11. 02. 1910 an Frau Boehm)
         



















Max Reger, 1908