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Mieczyslaw Weinberg (1919 - 1996)

Biographie

Der Komponist und Pianist Mieczyslaw Weinberg
(8. Dezember 1919 – 26. Februar 1996) kam als Sohn eines
jüdischen Theatermusikers früh mit der Musikpraxis in Berührung und studierte bereits mit zwölf Jahren am
Warschauer Konservatorium bei Józef Turcynski Klavier. Eine glänzende Karriere als Pianist schien ihm sicher – er hatte schon eine Einladung nach Amerika –, als der Zweite Weltkrieg ausbrach. Weinberg flüchtete 1939 aus Warschau, wo seine Familie kurze Zeit später ermordet wurde.

Am Konservatorium in Minsk studierte er bei Vassili Zolotarjow Komposition, musste aber 1941 erneut vor Hitlers Truppen fliehen, diesmal nach Taschkent (Usbekistan), wo er als Korrepetitor an der Oper arbeitete. Hier lernte er den jüdischen Schauspieler und Theaterdirektor Solomon Michailowitsch Michoéls (1890-1948) kennen und heiratete dessen Tochter Natalja Vovsi.

Das Talent Weinbergs blieb in Taschkent nicht unbemerkt;
auf Umwegen erfuhr D. Schostakowitsch in Moskau davon, und als er dessen Symphonie Nr. 1 op. 10 (1942) zugeschickt bekam, war er so beeindruckt, dass dem Paar sofort eine Zuzugsgenehmigung in die Hauptstadt besorgte, um dem jungen Komponisten eine bessere Zukunft zu ermöglichen. Schostakowitsch schätzte Weinberg als einen der besten Komponisten und Pianisten.

Freundschaft und Respekt voreinander prägten ihre über 30jährige Beziehung. Sie zeigten einander jede neue
Komposition und stellten diese häufig gemeinsam – vierhändig oder an zwei Klavieren – im Kollegenkreis oder öffentlich vor.

Nach 1948 bekam Weinberg wie die meisten Kulturschaffenden den Stalinistischen Terror zu spüren
(Anfang 1953 war er drei Monate in Haft), konnte aber relativ unbehelligt und bescheiden im Hintergrund als freischaffender Künstler leben. Da er sich weigerte, Parteimitglied zu werden und sich der Kampagne gegen den ,Formalismus‘ anzuschließen, erfuhr er bis in die 1960er Jahre wenig Unterstützung von offizieller Seite. Mit Gelegenheits-kompositionen bestritt er seinen Lebensunterhalt.

Wenn er aufgeführt wurde, so meist nur auf Initiative
namhafter Interpreten wie Emil Gilels, David Oistrach, Maria Grinberg, Leonid Kogan, Mstislav Rostropowitsch,
Alexander Gauk, Kirill Kondraschin, Kurt Sanderling, dem Borodin-Quartett und anderen.
Heute erfreut sich Weinbergs umfangreiches Œuvre stetig wachsender internationaler Beliebtheit. Weinberg war Volkskünstler der UdSSR (1980) und Staatspreisträger (1990).

Weinberg war ein äußerst produktiver Komponist. Von der Film- und Zirkusmusik bis zur großen tragischen Oper,
von einer einfachen Melodie mit anspruchsloser Begleitung bis hin zu komplizierter Zwölftonmusik beherrschte er alle musikalischen Formen, Gattungen und Stilrichtungen.
Mit Virtuosität und Eleganz, dabei aber behutsam
und stets ausgewogen, nutzte er Elemente der jüdischen, polnischen, russischen und moldawischen Volksmusik.
Er entwickelte einen sehr persönlichen Stil mit einer klaren, geradezu klassischen Architektur. Seine Melodik –
mal introvertiert, meditativ-reflektierend, mal voll übersprudelnder Lebensfreude – zeichnet sich durch besonderen Reichtum aus.

Ulrike Patow in MGG, Bd. 17, p. 688ff.




 
letzte Änderung
Friedemann Kupsa
(25.05.2017 - 22:10 Uhr)

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