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Anatol Vieru Vol. 3 + Vol. 4

Anatol Vieru (1926 - 1998)

Vol. 3 - CD 1

Symphonie no. 2 (1973)

Deutsches Symphonie-Orchester Berlin
Dirigent: Andrzej Markowski
Uraufführung 1974


Simfonia concertanta für Cello und Orchester (1987)
für Ivan Monighetti und Horia Andreescu

Orchestra Filarmonicii "George Enescu" din Bucureşti
Solist: Ivan Monighetti, Violoncello

Dirigent: Horia Andreescu


Clepsidra II (1971)

Orchestra Filarmonicii "George Enescu" si Corul de camera Mardigal
Solisten: Gheorghe Zamfir Panflöten, Toni Iordache Hackbrett
Dirigent: Ludovic Bács


Vol. 4 - CD 2

Sinfonietta (1975)
Uraufführung 1975

Symphonieorchester Radio Prag
Dirigent:Josef Hrncir


Psalm
(1993)


Orchestra de Camera Radio
Dirigent: Ludovic Bács

Symphonie no. 7 (1992/93)

Orchestra Nationala Radio Bucarest
Dirigent: Horia Andreescu

Komponist
Anatol Vieru (1926-1998)

Mastering
Christoph Stickel

Booklet
32 Seiten
Englisch/Deutsch/Französisch
Booklettexte: Egbert Hiller, Andrei Vieru

Spielzeit
Symphonie no. 2           25:44
Sinfonia Concertante      25:48
Clepsidra II                    21:34
Sinfonietta                    12:13
Psalm                           10:22
Symphonie no. 7           30:52    
   
                  

Total: 126:45

DDD / ADD Stereo

TRO-CD 01451

LC 06206

© TROUBADISC

„Herzrasen“ und „Intervalldenken“ – Orchestermusik von Anatol Vieru

Dem rumänischen Komponisten Anatol Vieru (1926-1998) mochte jede Stunde, die er erlebte, und jede Note, die er auf Papier brachte, wie ein Wunder erscheinen, wenn er an einen Tag im Juni 1941 zurückdachte. Rumänien war an der Seite Deutschlands in den Krieg gegen die Sowjetunion eingetreten und paktierte auch bei der Judenvernichtung mit dem NS-Regime. Als sich in seiner Geburtsstadt Iaşi alle männlichen Juden versammeln sollten, konnte Anatol mit Vater und Bruder fliehen, während Tausende andere grausam ermordet wurden.
Anatol Vieru hat sich später niemals öffentlich zu diesem Geschehen geäußert, was auch damit zusammenhing, dass in der Zeit des Kommunismus in Rumänien die Beteiligung des Landes am Holocaust ein Tabuthema war und aus der offiziellen Geschichtsschreibung verbannt war. Es liegt nahe, dass dieses einschneidende Erlebnis, noch potenziert durch das Schweigen darüber, sich über andere Kanäle „mitteilte“ und Vieru es schöpferisch verarbeitete. Darauf reduzieren lässt er sich aber keinesfalls, denn seine Klangsprache besticht gerade durch ihre Vielschichtigkeit.

„Tachycardie“
Nach dem Zweiten Weltkrieg studierte Vieru zunächst an der Bukarester Hochschule für Musik. Parallel dazu übte er aber auch schon wichtige Funktionen wie die Leitung des Bukarester Nationaltheaters und die redaktionelle Betreuung der Zeitschrift des rumänischen Komponistenverbandes aus. Erste Aufmerksamkeit im Westen erlangte er 1962 mit dem Gewinn des „Prix International Reine Marie-José“ in Genf für sein Cellokonzert Nr. 1. 1973 erhielt Vieru dann ein Stipendium des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) für einen einjährigen Aufenthalt in West-Berlin. Im gleichen Jahr entstand seine Simfonia II (Sinfonie Nr. 2), in deren Kopfsatz – „Tachycardie“ („Herzrasen“) – herbe rhythmische Strukturen und leuchtende Klangflächen aufeinanderprallen.

„…gehört dazu – gehört nicht dazu…“
Das Konstruktionsprinzip von Vierus Musik basiert, so Thomas Beimel, auf kleinen Modi, mit denen er im Sinne der Mengenlehre die gesellschaftlichen Prozesse von Inklusion und Ausgrenzung allegorisch darstellt: gehört dazu – gehört nicht dazu – besitzt Gemeinsamkeiten.“ Diese Allegorie korrespondiert mit Vierus eigener bedrohter Existenz: mit seiner „Jüdischen Identität“, aber später in Rumänien auch mit seiner Identität als Künstler, der unter scharfer Beobachtung und Kontrolle des Regimes stand. Kompositionstechnisch gelangte er von den Modi zu einem Modell musikalischen Intervalldenkens, das auch in seiner fünfsätzigen „Simfonia concertanta“ für Violoncello und Orchester von 1987 eine wichtige Rolle spielt – unterschwellige volksmusikalische Assoziationen eingeschlossen.
Ob es Vieru wie ein Traum vorkam oder ob er das (blutige) Ende der menschenverachtenden Ceauşescu-Herrschaft erwartet hatte, sei dahingestellt. Jedenfalls hat er der Diktatur in Rumänien mit künstlerischen Mitteln widerstanden, indem er sich nicht vom System instrumentalisieren ließ. Im letzten Jahrzehnt seines Lebens genoss er die neu gewonnenen Freiheiten und erfreute sich eines größer gewordenen internationalen Zuspruchs.
Egbert Hiller

Preis : 24,00 €

 

Barcode: 4014432014517



 
letzte Änderung
Friedemann Kupsa
(31.05.2018 - 21:57 Uhr)

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CD 1
1. symphony 2, tachycardie 06:27 sound check
2. symphony 2, psalm 11:06 sound check
3. symphony 2, melody descatusata 08:01 sound check
4. sinfonia conc. i sostenuto 05:17 sound check
5. sinfonia conc. ii allegro 03:34 sound check
6. sinfonia conc. iii andante 06:40 sound check
7. sinfonia conc. iv allegro 03:28 sound check
8. sinfonia conc. v. 06:49 sound check
9. clepsidra ii 21:34 sound check

CD 2
1. sinfonietta 12:19 sound check
2. psalm 10:22 sound check
3. symphony vii, prelude 15:44 sound check
4. symphony vii, loops 09:34 sound check
5. symphony vii, hymn 05:43 sound check