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TRO-CD 01443 - VIOLIN SOLO Vol.6

Renate Eggebrecht spielt Yasӱe-Sonaten und Rodrigos Capriccio

Eugène-Auguste Ysaÿe (1858–1931) war einer der größten Geiger seiner Zeit. Unter seinen knapp 50 hinterlassenen Kompositionen nehmen seine als Zyklus angelegten und 1924 beendeten sechs Sonaten op. 27 für Violine eine Sonderstellung ein – sein geigerisches wie auch kompositorisches opus summum. Jede davon ist einem anderen großen Geiger bzw. Komponisten gewidmet, auf die jeweilige Künstler-Persönlichkeit zugeschnitten, und setzt sich kompositorisch jeweils auf andere Weise mit der Sonatenform auseinander. Sie sind die wohl bekanntesten Werke von Ysaÿe. Ganze Generationen von Künstlern haben sich damit beschäftigt.

Die Geigerin Renate Eggebrecht hat bereits als Musikstudentin diese Werke für sich entdeckt, nachdem sie in einem Münchner Noten-Antiquariat eine herrliche, alte Ausgabe davon erstanden hatte. Nun hat sie sich endlich ihren lange gehegten Wunsch erfüllt und nach lebenslanger Auseinandersetzung die Ysaÿe-Sonaten für die sechste Folge ihrer Edition Violine Solo eingespielt. Dafür hat sie sich erneut mit den Quellen auseinandergesetzt: »Ich habe für diese Aufnahme die intensiv geänderte und korrigierte Fassung letzter Hand verwendet – das achte Hand-Exemplar, das die Druckpresse verließ, unterschrieben von Ysaÿe mit ›Mai 1926‹.« Die auf CD vorgelegte Multi-Kanal-Aufnahme läßt die Geige dabei besonders natürlich und farbig im Raum zur Geltung kommen.

Ysaÿe wird als Komponist auch heute noch weitgehend verkannt. Umso mehr ist Renate Eggebrecht daran interessiert, mit ihren Interpretationen aufzuzeigen, wo Ysaÿe unter den bedeutenden Komponisten von Solowerken für die Violine einzuordnen ist und was er diesbezüglich Großes geleistet hat: »Ysaÿes bahnbrechende Entwicklung geigerischer Spieltechniken führte zu neuen Ufern: Bartók, Milhaud, Schönberg, Marić, Denissow u.v.m. verarbeiteten diese Anregungen in ihren Violinkompositionen.«

Ein weiterer Aspekt, der die Geigerin an den Sonaten von Ysaÿe fasziniert, ist deren Bezug zur Musik von Johann Sebastian Bach, dessen je drei Sonaten und Partiten sie ebenfalls für die Edition Violine Solo eingespielt hat: »Die sechs Sonaten von Ysaÿe verstehen sich auch als modernes Echo auf Bachs Musik, als Erneuerung der Botschaft, die sich darin findet, aber auch als ein Echo auf alles, was seitdem die musikalische und geigerische Sprache verändert hat.« In der vierten, Fritz Kreisler gewidmeten Sonate beispielsweise verbindet sie wirkungsvoll die Lebendigkeit barocker Tanzsätze mit einer gewissen Strenge, und in der zentralen Sarabande fand sie zu einem Pizzicato von einer klangvollen Leichtigkeit, das an eine barocke Laute erinnert.

Einen besonderen Höhepunkt bietet die zweite Sonate, deren vier Sätze einen Paraphrasen-Zyklus über das berühmte gregorianische Dies-irae bilden, das schon seit Berlioz' Symphonie Fantastique (Finale) bei französischen Komponisten besonders beliebt war. Die Ysaÿe-Interpretationen von Renate Eggebrecht spannen mithin einen weiten Bogen – von der Strenge der Einleitung der ersten Sonate mit ihrer fast schon an Siegfried Karg-Elert erinnernden, herben Harmonik bis hin zu dem galanten Zyklus-Finale, der sechsten Sonate mit ihren an Georges Bizet erinnernden Spanien-Anklängen.
Die Geigerin taucht mit hochvirtuoser Brillanz, lyrischen, poetischen Klanglinien, größter Spannweite der geforderten Ausdruckspalette und rhythmischer Verve tief in die jeweiligen Charakterbilder der Widmungsträger ein.

Das als Hommage an den großen Geiger Pablo de Sarasate komponierte Capriccio (1944) von Joaquín Rodrigo (1901–1999) ließ sich hier in Art eines Epilogs nahtlos anschließen: »Ein Paradestück impressionistisch-neoklassizistischer Couleur und halsbrecherischer Virtuosität für die Geige,« findet Renate Eggebrecht, die dafür mit großer Experimentierfreudigkeit besondere Spieltechniken entwickelt hat und hier mit besonderer Freude musiziert.

VIOLIN SOLO Vol. 6

Eugène Ysaÿe (1858–1931)
Sechs Sonaten op. 27 für Violine Solo (1923/24)

Sonate op. 27/1. (à Joseph Szigeti)
Sonate op. 27/2. (à Jaques Thibaud)
Sonate op. 27/3. (à George Enescu)
Sonate op. 27/4. (à Fritz Kreisler)
Sonate op. 27/5. (à Mathieu Crickboom)
Sonate op. 27/6. (à Manuel Quiroga Losada)

Joaquin Rodrigo (1901–1999) Capriccio
Offrande à Sarasate für Violine Solo (1944)


Ich bin kein Musikkritiker sondern "nur" ein studierender Geiger.

Aber gerade deswegen möchte ich hier einmal sagen, wie wichtig so eine CD mit Ysaye's Solosonaten sein kann. Die Geigerin Renate Eggebrecht setzt jede auch kleinste Anweisung des Komponisten um, mit einer technischen Brillianz und musikalischer Selbstverständlichkeit, dass ich nur staunen kann. Ysaye hat ja von Metronomangaben, Spieltechniken bis zu subtilsten Ausdrucksangaben alles genauestens in der Partitur angegeben. Noch nie habe ich eine solche akribische und gleichzeitig intensive, spieltechnisch hochbrilliante Wiedergabe gehört: Ich kann nur staunen!
Das Capriccio von Joaquin Rodrigo ist absolut faszinierend: der leichte, präzise Bogen, die wundervoll gesungenen Linien, rhythmische Finesse und gleichzeitig eine einzige Lebensfreude, die Geigerin setzt alles um!

Das Booklet ist für mich auch ein gewichtiger Punkt, nicht nur wegen der aufschlussreichen Informationstexte sondern auch, weil ich sehr anregende Hinweise bekommen habe, z.B. über die "Preludes" von Ysaye, oder auch sehr interessante Zitate von ihm.

Das Niveau dieser CD ist so hoch, dass ich diese Veröffentlichung mit der Geigerin Renate Eggebrecht nur überschwenglich empfehlen kann!

David Bochmann 03.12.2014





 
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(18.07.2014 - 14:25 Uhr)

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Eugène Ysaӱe (1858 - 1931)
Sechs Sonaten für Violine Solo op.27 (1923/24)

Joaquín Rodrigo (1901 - 1999)
Capriccio (1944)
Offrande a Sarasate

Renate Eggebrecht, Violine
TRO-CD 01443 - VIOLIN SOLO Vol.6
Renate Eggebrecht, Violine
TRO-CD 01443 - VIOLIN SOLO Vol.6

Renate Eggebrecht plays the Ysaӱe Sonatas and Rodrigo’s Capriccio

Eugène-Auguste Ysaÿe (1858-1931) was one of the greatest violinists of his age. He also left behind some 50 compositions, of which his set of six Sonatas for Unaccompanied Violin, op. 27, is especially important. Completed in 1924, they represent an opus summum of both compositional and violin technique. Each one is dedicated to a great violinist or composer and specially tailored to his artistic personality. Each also tackles sonata form in a different way. They are perhaps Ysaÿe's best-known works and have attracted entire generations of artists.

  The violinist Renate Eggebrecht discovered these pieces while still a student after buying a fine early edition of them in a second-hand music shop in Munich. Now, after a lifetime of studying the Ysaÿe sonatas, she has fulfilled a long-cherished dream by recording them for the sixth volume of her Violine Solo series. She began by returning yet again to the sources: 'I used the heavily altered and corrected definitive version for my recording – namely, the eighth personal copy to leave the printing press, signed “May 1926” in Ysaÿe's hand.' The multi-channel CD recording allows the violin to display its nature and timbre to full advantage.

  Ysaÿe is still largely neglected as a composer. Renate Eggebrecht is thus all the more concerned to show, with her readings, where he should be placed among the great composers for the solo violin and what magnificent things he achieved in this area: 'Ysaÿe's trailblazing expansion of violin technique led music into uncharted territory: Bartók, Milhaud, Schoenberg, Denisov and many others pursued his discoveries in their own violin music.'

  Another aspect that fascinates her about the Ysaÿe sonatas is their relation to the music of Johann Sebastian Bach, whose set of three sonatas and three partitas she has likewise recorded for Violine Solo: 'Ysaÿe's six sonatas were conceived as a modern-day response to Bach's music and a renewal of the message they contain.' In the Fourth Sonata, dedicated to Fritz Kreisler, she effectively combines the vitality of Baroque dance pieces with a certain rigour, unveiling in the central Sarabande a sonorous and delicate pizzicato reminiscent of a Baroque lute.

  One special highlight is the Second Sonata, whose four movements form a cycle of paraphrases on the famous medieval sequence Dies irae – a piece especially beloved of French composers ever since the final movement of Berlioz's Symphonie fantastique. Renate Eggebrecht's readings of Ysaÿe thus cover an enormous range, from the rigorous introduction of the First Sonata, with its acerbic harmonies almost recalling Siegfried Karg-Elert, to the cycle's galant finale, the Sixth Sonata, whose Spanish tinge kindles memories of Georges Bizet.

  With brilliant virtuosity, poetic lyricism, a vast range of expression and rhythmic verve, Renate Eggebrecht delves deep into the character portrait of each dedicatee.
Rounding off the Ysaÿe sonatas as a sort of epilogue is the Capriccio by Joaquín Rodrigo (1901-1999). Composed in 1944 as a tribute to the great violinist Pablo de Sarasate, Renate Eggebrecht finds it 'a pièce de resistance of rich-hued impressionistic neo-classicism and daredevil virtuosity for the solo violin'. For this piece she has developed highly experimental performance techniques and plays here with special esprit.

VIOLIN SOLO Vol.6

Eugène Ysaӱe (1858-1931)
Six Sonatas op. 27 for Violin solo (1923/24)

Sonata op. 27/1 à Joseph Szigeti
Sonata op. 27/2 à Jaques Thibaud
Sonata op. 27/3 à George Enescu
Sonata op. 27/4 à Fritz Kreisler
Sonata op. 27/5 à Mathieu Crickboom
Sonata op. 27/6 à Manuel Quiroga Losada

Joaquín Rodrigo (1901-1999)
Capriccio Offrande à Sarasate for Violin solo (1944)


I am not a music critic but "only" a study violinist.

But that is precisely the reason why I would like once again to say how important such a CD with Ysaye's solo sonatas. The violinist Renate Eggebrecht sets every even the smallest instruction of the composers, with a technical brilliance and musical self-evident that I can only wonder. Ysaye has of metronome markings, game techniques to subtle expression information everything carefully in the score. I have never seen such a meticulous and at the same time intensive, game technically highly brilliant playback heard: I can only be amazed!

The Capriccio of Joaquin Rodrigo is absolutely fascinating: the light, precise arc, the wonderful sung lines, rhythmic finesse and at the same time a single joy of life, the violinist is all about!
The booklet is for me is also an important point, not only because of the insightful information texts but also because I have had a very stimulating information, e.g. via the "Preludes" of Ysaye, or even very interesting quotes from him.

The level of this CD is so high that I this publication with the violinist Renate Eggebrecht exuberant only recommend it!

David Bochmann 03.12.4014





 
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Eugène Ysaӱe (1858 - 1931)
Six Sonatas for Violin solo op.27 (1923/24)

Joaquín Rodrigo (1901 - 1999)
Capriccio (1944)
Offrande a Sarasate

Renate Eggebrecht, violin
TRO-CD 01452 - VIOLIN SOLO Vol.6
Renate Eggebrecht, Violine